Warum das Apple Pro Display XDR interessant ist

Der kalifornische Innovator Apple ├╝berrascht jedes Jahr mit seinen Smartphones, Computern, Laptops und vor allem seinen Preisen. Als der Preis des neuen Profi-Bildschirms publik wurde, zogen viele Technik-Fans die Augenbrauen hoch. Wir erkl├Ąren, warum das Apple Pro Display XDR so teuer ist und ob es sich ├╝berhaupt lohnt.

Gleicher Bildschirm im iPhone 11 Pro und 11 Pro Max

Am 10. September 2019 k├╝ndigte Apple auf dem Apple Special Event 2019 die neue Generation seiner Smartphones an: das Einsteigermodell iPhone 11 und die Profi-Modelle iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max. Besonders interessant sind an letzteren beiden Smartphones die neue Kamera sowie der neue Bildschirm. Apple nennt ihn das Super Retina Display XDR ÔÇô quasi ein vergleichbares Display zu dem des Pro Bildschirms ÔÇô nur eben kleiner. Ein 5.8″ bzw. 6.5″ OLED Panel mit 1000 Nits und 2.000.000:1 Kontrastverh├Ąltnis. Telefonieren kann man mit diesem Super-Smartphone ├╝brigens auch.

iPhone 11 Pro
Im iPhone 11 Pro verbirgt sich das Super Retina Display XDR.

Warum ist das Apple Pro Display XDR so teuer?

Apple Pro Display XDR und Apple Mac Pro.
So sieht der Super-Bildschirm von Apple aus: Das Apple Pro Display XDR.

Das Pro Display XDR ist allerdings viel mehr, als nur richtig teuer. Wenn wir uns den Mac Pro Bildschirm n├Ąher anschauen, stellen wir fest, dass es sich um ein 32 Zoll IPS LCD Display mit 60 Hz handelt, das ├╝ber 6016 x 3384 Pixel verf├╝gt. Das sind insgesamt 20,4 Millionen Pixel und bedeutet 6K-Aufl├Âsung. Das XDR steht ├╝brigens f├╝r Extreme Dynamic Range. Die Durchschnittshelligkeit betr├Ągt 1000 Nits, w├Ąhrend die H├Âchsthelligkeit sogar 1600 Nits betr├Ągt. Der Kontrast liegt bei 1.000.000:1. Damit ist anspruchsvollster HDR-Inhalt m├Âglich.

Der Farbraum ist ├Ąhnlich beeindruckend: DCI-P3 mit 10 Bit Farbtiefe f├╝r ├╝ber 1 Milliarde Farben. Zu guter Letzt ist der Betrachtungswinkel mit 89┬░ von allen Seiten sehr breit. Tats├Ąchlich wird der Bildschirm im Werk von Apple selbst kalibriert. Anhand dieser Daten wird deutlich, dass es beim Pro Display um einen Bildschirm handelt, der Referenzmonitoren von Sony o.├ä. nahe kommt. Ist das n├Âtig? F├╝r den gew├Âhnlichen Anwender nicht. Solche Bildschirme werden nicht zum E-Mail lesen gebraucht, sondern f├╝r Videoschnitt oder Fotobearbeitung allerh├Âchster G├╝te benutzt.

Displaytechnik unter der Lupe

Der Bildschirm verf├╝gt ├╝ber ein IPS LCD Panel mit Full Array Local Dimming. Auf 32 Zoll Bildschirmdiagonale befinden sich 576 Dimming Zonen. Satte Farben werden durch Quantenpunkte im Panel erzeugt. Durch diese Eigenschaften ist der hohe Kontrast erst m├Âglich. ├ťbrigens: Die $1000 Aufpreis f├╝r die teurere Variante des Bildschirms rechtfertigen sich durch eine spezielle Nano-Textur auf dem Glas, die Regenbogen-Artefakte eliminiert und Reflexionen minimiert. Dadurch ist der teurere Bildschirm matt.

Die R├╝ckseite verf├╝gt ├╝ber ein Muster, das dem des Mac Pro ├Ąhnelt und ein sinnvolles Ziel verfolgt: den Bildschirm k├╝hlen. Da die 576 LEDs durchgehend (!) 1000 Nits erzeugen k├Ânnen und maximal 1600 Nits abliefern, muss der Bildschirm entsprechend gek├╝hlt werden, um nicht zu ├╝berhitzen. Das passiert beim Apple Pro Display XDR beinah lautlos mit einer Lautst├Ąrke von 7dB. Die meisten R├Ąumen haben ein Grundrauschen von 30 dB, daher d├╝rfte die K├╝hlung an der R├╝ckseite blo├č zu sp├╝ren und nicht zu h├Âren sein.

1000 Nits gelten nur f├╝r HDR Content. Inhalte in SDR bildet das Display mit 500 Nits ab. In einem Schnittprogramm kann die Nutzeroberfl├Ąche beispielsweise in 500 Nits angezeigt werden, w├Ąhrend das bearbeitete HDR-Video gleichzeitig in 1000 – 1600 Nits gezeigt wird.

Alternativen f├╝r das Apple Pro Display XDR

Apple wei├č, dass dieser Bildschirm nicht f├╝r den Ottonormalverbraucher gemacht wurde. Daher bietet das Unternehmen auf der eigenen Webseite Alternativen f├╝r Bildschirme an. Selbstverst├Ąndlich sind die Eigenschaften hier nicht ganz so gut, wie die des gro├čen Vorbilds, doch rechtfertigt das den Preis? Apple gibt selbst an, dass vergleichbare Monitore bei $30.000 losgehen. Der taiwanische Hersteller Asus versucht derzeit, Apple den Displaymarkt streitig zu machen: J├╝ngst wurde das Asus ProArt Display angek├╝ndigt, das mit vergleichbaren Eigenschaften punkten soll. Leider sind weder Ver├Âffentlichungstermin, noch Preis bekannt.

Es soll sich gleicherma├čen f├╝r HDR eignen, da es ebenfalls 1000 Nits im Durchschnitt und 1600 Nits Maximalhelligkeit bietet. Bei der Aufl├Âsung hat Apple jedoch die Nase vorn, denn der Asus ProArt schafft nur 4K. Daf├╝r Asus verspricht mehr Anschl├╝sse, h├Âhere Bildfrequenz (120 Hz) und einen integrierten St├Ąnder. Wie beide Bildschirme im Vergleich zueinander performen werden, kann zu diesem Zeitpunkt jedoch nur gemutma├čt werden, denn w├Ąhrend sich die Meinungen bereits ├╝berschlagen, sind beide Monitore noch nicht auf dem Markt erh├Ąltlich.

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Bildnachweise: © Apple Inc.
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