HDMI 2.1

HDMI 2.1 ist der neue Standard der Bildübertragung. Wie wichtig ist ein HDMI 2.1 Anschluss beim Kauf eines TV Gerätes? Welche Vorteile hat er gegenüber einem HDMI 2.0 Anschluss? Welche Verbesserung in Sound und Bild sind dank HDMI 2.1 zu erwarten? Dieser Artikel gibt darüber Aufschluss.

Der neue HDMI Standard

HDMI 2.1
Datenrate bis zu 48 GBit/s
Unterstützung von 14 und 16 Bit Farbtiefe
Variable Refresh Rate (VRR),
bei 4K mit 120 Hz und 8K mit 60 Hz
Quick Media Switching (QMS)
Quick Frame Transport (QFT)
Auto Low Latency Mode (ALLM)
Display Stream Compression (DSC)
Enhanced Audio Return Channel (eARC)

Große Unterschiede zu HDMI 2.0?

Es gibt auch jetzt schon Fernsehgeräte, die trotz HDMI 2.0 Anschluss über die (vermeintlich) neuen Funktionen wie ALLM, eARC oder VRR verfügen. HDMI 2.1 macht jedoch erstmalig die Neuerung, alle diese Features in einem Anschluss zu vereinen. Dank HDMI 2.1 sollen diese Funktionen nicht länger vereinzelt vorkommen, sondern zu einem neuen, einheitlichen Standard zusammengefasst werden. Ein HDMI 2.1 Anschluss gibt dem Kunden also die Garantie, dass der gekaufte Fernseher über alle Eigenschaften verfügt, die oben in der Tabelle gelistet sind. Dies sorgt für mehr Klarheit und Übersicht beim Kauf eines TV Gerätes und schafft zudem eine Garantie, dass der gekaufte Fernseher sowohl fürs Filme schauen, sowie fürs Gaming taugt.

Datenübertragungsrate von bis zu 48 Gigabit pro Sekunde

HDMI 2.1 erlaubt eine Datenübertragungsrate von bis zu 48 Gigabit pro Sekunde. Ein erheblicher Sprung zum Vorgängermodell HDMI 2.0, welches lediglich 18 Gigabit pro Sekunde übertragen kann. HDMI 2.1 stellt auch damit Displayport 1.4 in den Schatten, welches über eine Übertragungsrate von 32,4 Gigabits pro Sekunde verfügt.

14 und 16 Bit Farbtiefe

Dank HDMI 2.1 wird es möglich sein bis zu 16 Bit Farbtiefe wiederzugeben. Problem ist, dass die aktuellen TV Geräte maximal 10 Bit Farbtiefe unterstützen. Hinzukommt, dass der Großteil von visuellem Content, den es derzeitig gibt, lediglich eine Farbtiefe von 8 Bit hat. Dies gilt nicht nur Fernsehsendungen und Blu-Rays, sondern auch für alle PC und Konsolen Spiele. Um 10 Bit Farbtiefe zu erhalten, braucht man also nicht nur einen entsprechenden Fernseher, sondern auch den entsprechenden Contet. Alle Stufen der Produktion, sowie die Hardware zur Wiedergabe, müssen abgestimmt sein, um ”echte” 10 Bit Farbtiefe zu bekommen. Eine Voraussetzung, die derzeitig nicht gegeben ist. 16 Bit Farbtiefe klingt an sich gut. Problem ist, dass man wegen dem jetzigen Stand der Technik, sogar in den seltesten Fällen 10 Bit bekommt. Welche Qualitätsunterschiede die 14 und 16 Bit Farbtiefen haben, lässt sich an dieser Stelle also gar nicht sagen.

4K, 8K und sogar 10K mit HDMI 2.1

Für den regulären Verbraucher kommt die Frage auf, in welcher Weise diese gewaltige Datenübertragungsrate zur Bild- und Tonqualität beitragt. Die Antwort ist ganz einfach: 48 Gibabit pro Sekunde bedeutet, dass man 4K in 120 Hz und 8K in 60 Hz wiedergeben kann. Mit den HDMI 2.0 Anschluss waren bei 4K lediglich 60 Hz möglich. Ein unkomprimiertes 8K Signal konnte man überhaupt nicht wiedergeben. Abseits der verlustfreien Übertragung von 4K und 8K Signalen, verfügt HDMI 2.1 über eine Display Stream Compression Funktion (DSC), welche ein komprimiertes 10K Signal in 120 Hz wiedergeben kann.

Dynamische HDR-Formate erstmals in 4K und 8K

Bei Static HDR werden statische Daten vom Zuspieler (Blu-ray Player, Receiver oder Konsole) einmalig an das TV Gerät übertragen. Das TV Gerät übernimmt die Daten für Tiefe, Detail, Helligkeit, Kontrast und Farbraum und nutzt diese für die gesamte Wiedergabezeit. Bei dynamischen HDR-Formaten, wie HDR10+ wird jedes Bild einzeln kalibriert, damit jeder Moment das Maximum an visueller Ausdruckskraft bekommen kann. Dank HDMI 2.1 wird es jetzt möglich sein auch 4K mit 120 Hz und 8K mit 60 Hz, bei Verwendung von dynamischen HDR Formaten, wiederzugeben. Mit dem HDMI 2.0 Anschluss war die Wiedergabe von dynamischen HDR Formaten ebenfalls möglich, jedoch nicht bei so sohen Bildwiederholraten.

Automatsiche Anpassung der Bildwiederholrate mit QMS

Die Quick Media Switching Funktion (QMS) von HDMI 2.1 erlaubt erstmalig, dass TV Geräte verzögerungsfrei zwischen verschiedenen Bildwiederholraten wechseln können. Der Fernseher erkennt automatisch, welche Framerate der wiedergegebene Content hat und passt die Bildwiederholrate entsprechend an. QMS ermöglicht somit einen flüßigen Übergang zwischen 24 Hz, 60 Hz oder 120 Hz. Ausfälle vom Bild oder nervige Verzögerungen, die beim Wechsel auftreten können, werden so aus der Welt geschafft. Der ständige Wechsel von Game auf Film Mode wird obsolet, da der Fernseher zukünftig diese Umstellung automatisch machen und für jedes Signal die passende Bildwiederholrate finden kann.

HDMI 2.1 – Perfekt für Gamer

HDMI 2.1 unterstützt VRR. Das bedeutet, dass das Fernsehgerät die Bildwiederholrate vom Panel unmittelbar mit der des Quellgerätes gleichstellen kann. Dies sorgt für eine starke Reduktion von Frametearing und Judder, sowie einer Senkung vom Input-Lag. VRR ist für Gamer ein essentielles Feature und auch schon bei HDMI 2.0 enthalten, jedoch nicht bei den höheren Auflösungen und Bildwiederholraten. Der Samsung Q70R beispielsweise, welcher über einen HDMI 2.0 Eingang verfügt, hat bei 4K eine VRR-Range von 48-60Hz. Mit HDMI 2.1 wird VRR auch bei 4K mit 120 Hz und 8K mit 60 Hz möglich sein. Wenn der Anschluss vom Fernsehgerät jedoch nicht über die nötige Bandbreite verfügt, dann wird ein Update auf HDMI 2.1 leider nicht möglich sein.

HDMI 2.1 hat zudem eine Quick Frame Transport Funktion (QFT). QFT verringert den Input Lag gravierend und bringt VR Gaming auf ein neues Level, da jegliche Verzögerungen zwischen Eingabe und Wiedergabe ausgemerzt werden. Die Bewegungen des Spielers können dank HDMI 2.1 unmittelbar erfasst und dargestellt werden.

Dank Auto Low Latency Mode Funktion (ALLM) gehört manuelles Umschalten in den Gaming Mode der Vergangenheit an. Sobald man seine Konsole anschaltet, sucht ALLM automatisch den idealen Modus aus, der die geringste Latenz gewährleistet. Es gibt auch jetzt schon einige Fernseher, die diese Funktion haben. Trotz ihres HDMI 2.0 Anschlusses. Dank HDMI 2.1 soll ALLM jedoch für alle TV Geräte zum neuen Standard werden.

HDMI 2.1 ermöglicht VRR, QFT und ALLM leider nur, wenn das Quellgerät ebenfalls über diese Funktionen verfügt. Derzeitig gibt es keine Konsole auf dem Markt, welche alle der oben genannten Features bietet. Die neue Konsolen Generation wird aber über die hierfür nötige Ausstattung verfügen.

Enhanced Audio Return Channel (eARC)

ARC (Audio Return Channel) ist seit HDMI 1.4 Teil des HDMI-Standards. Mit ARC kann man alle Quellgeräte, wie Konsolen oder Blu-Ray Player direkt an den Fernseher anschließen und mit einem einzigen HDMI-Kabel den Fernseher mit dem Empfänger verbinden. Dies ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation zwischen Empfänger und TV Gerät.

Die begrenzte Bandbreite vom derzeitigen ARC Standard (1 Mbps) schränkt die Qualität des Audios ein, das über den Rückkanal gesendet werden kann. Das macht es unmöglich hochwertiges, unkomprimiertes Audio an den Empfänger zu senden. Der neue ARC Standart, welcher Teil von HDMI 2.1 sein wird und den Namen eARC trägt, erhöht die Bandbreite vom ARC-Kanal von 1 Mbps auf 37 Mbps. Diese erhebliche Steigerung der Bandbreite ermöglicht die Übertragung von unkomprimiertem 5.1- und 7.1 Sound, wie z.B. DTS-HD oder Dolby TrueHD, welche oft die Trägersignale für Dolby Atmos und DTS:X sind. Kurz: Dank HDMI 2.1 können Verbraucher, die eine hochwertige Soundbar oder HiFi Anlage nutzen, mit einer erheblichen Steigerung der Audioqualität rechnen.

Das richtige Kabel

Auch wenn man über einen HDMI 2.1 tauglichen Fernseher und ein entsprechendes Quellgerät verfügt, erhält man keine Vorteile von HDMI 2.1, wenn man kein ”Ultra High Speed’‘ Kabel hat. Das Vorgängermodell ”Premium High Speed” wird bei HDMI 2.0 verwendet und zeichnet sich durch eine Datenrate von 18 GBit/s aus. Das maximale Bildformat, das man mit dem Premium High Speed Kabel übertragen konnte war 4K mit 60 Hz. Für HDMI 2.1 ist dies nicht länger ausreichend. Man braucht das Ultra High Speed Kabel, um alle Funktionen nutzen und 4K in 120 Hz und 8K in 60 Hz wiedergeben zu können. Wer auf HDMI 2.1 aufrüsten will, muss darauf achten, dass er sich das hierfür entsprechende Kabel anschafft.

Für wen lohnt sich HDMI 2.1?

Wenn man genau drauf guckt, dann wird einem schnell klar, dass HDMI 2.1 gar nicht so viele neue Funktionen bietet. Der große Unterschied zu HDMI 2.0 besteht darin, dass HDMI 2.1 alle Funktionen seines Vorläufers deutlich besser macht und in einem Anschluss vereint. Die fast dreifache Steigerung der Datenübertragungsrate ermöglicht eine gewaltigen Sprung nach vorn, was Auflösung, Bildwiederholraten, sowie Audio- und Bildqualität angeht. Ein Sprung, der so groß ist, dass es hierfür keine entsprechende Hardware und Content Grundlage gibt. Es gibt derzeitig keine Wiedergabegeräte für Film und Videspiele, welche die gewaltige Bandbreite und alle Funktionen von HDMI 2.1 nutzen können. Der HDMI 2.1 Anschluss wird dementsprechend nur im Laufe der Zeit sein volles Potenzial entfalten können. Ob HDMI 2.1 und die damit verbundene Wiedergabe von 8K für den regulären Verbraucher überhaupt sinnvoll ist, klären wir in unserem Artikel über die Doppelblindstudie auf.

Viele der Funktionen, welche HDMI 2.1 bietet, sind in erster Linie für Gamer vorteilhaft. Von eARC abgesehen, brauchen Kunden, die ihr TV Gerät zum Fernsehen oder Filme gucken nutzen wollen, HDMI 2.1 nur bedingt. Wer beim Kauf seines Fernsehers zögert, weil kein HDMI 2.1 Anschluss vorhanden ist, braucht sich keine Sorgen machen. Nicht-Gamer können zu einem hochwertigen Fernseher, wie dem Q90R greifen, da er über fast alle Funktionen verfügt, die HDMI 2.1 zukünftig gewährleisten soll. Wer dennoch darauf besteht, dass der Fernseher über HDMI 2.1 verfügt und keine Geduld aufbringen möchte, kann sich getrost einen LG C9 OLED anschaffen.

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