Lexikon für Heimkino Enthusiasten

Da man bei den vielen Fachbegriffen in der Welt der Fernseher schnell den Überblick verliert, haben wir alle wichtigen TV Fachbegriffe hier nach Themenbereichen alphabetisch aufgelistet und kurz erklärt. Falls ein Begriff fehlt, weisse uns gerne in den Kommentaren unten auf der Seite darauf hin. Wir werden ihn dann sobald wie möglich ergänzen.

Audio-/Video-Formate

Dolby Vision

Dolby Vision ist ein dynamisches HDR-Format. Das heißt die Tone-Mapping Kurve kann von Szene zu Szene angepasst werden. Theoretisch sind bis zu 12 Bit Farbtiefe und ein Mastering bei maximaler Helligkeit von 10000 Nits möglich.

HDR – High Dynamic Range

Bei HDR handelt es sich um ein Format womit ein größerer Dynamik- (Kontrast-) und Farbumfang gespeichert werden kann. Es wird auch oft als Oberbegriff für die verschiedenen neueren Formate (HDR10, HDR10+, Dolby Vision) verwendet.

HDR10

Beim HDR-Format HDR10 können Farben mit 10 Bit Farbtiefe im Rec 2020 Farbraum gespeichert werden. Gemastert werden die HDR10 Videos auf eine maximale Helligkeit von 1000 Nits.

SDR – Standard Dynamic Range

Standard Dynamic Range sind “normale” Videos ohne HDR, also nur mit eingeschränktem Dynamik- und Farbumfang mit konventioneller Gammakurve.


Bildfehler

Artefakt

Wenn man bei TVs von Artefakten spricht handelt es sich um Bildfehler, die meist durch die Hardware oder Bildverarbeitung des Fernsehers entstehen.

Black Crush

Unter Black Crush versteht man den Verlust von Details in sehr dunklen Szenen. So sieht man zum Beispiel entweder keine Schattierungen mehr auf dunkler Kleidung oder keine Sterne am Nachthimmel.

Banding

Das Banding ist ein Bildfehler bei dem man die unterschiedlichen Farbstufen in einem Farbverlauf sieht.

Blooming

Zum Blooming kommt es bei LCD TVs aufgrund der Hintergrundbeleuchtung. Es bezeichnet den ungewollten Schein nach außen von hellen Objekten im dunklen Bild. Manche Fernseher bekämpfen dieses Problem indem die Ränder heller Objekte herunter gedimmt werden. Dies kann dann aber zu “Reverse Blooming” führen.

Clouding

Clouding ist das Auftreten hellerer Flächen (Wolken = engl. clouds) auf einem LCD-TV, meistens an den Rändern. Die Ursache dafür ist die Hintergrundbeleuchtung und die Temperaturunterschiede.

Dirty Screen Effect

Der Dirty Screen Effect bedeutet, dass der selbe Farbton in Teilen des Bildschirms anders aussieht. Oft liegt dies an der Hintergrundbeleuchtung beziehungsweise dem Local Dimming. Besonders störend ist das beim Sport Schauen.

Judder

Judder heißt, dass Einzelbilder eines Videos verschieden lang angezeigt werden. Dies kann vor allem bei langsamen Kameraschwenks störend auffallen. Wenn zum Beispiel ein 60Hz TV ein 24Hz Video wiedergeben soll, kommt es zum 3:2 Pulldown, da 24 nicht glatt in 60 geht. Das heißt das die Frames abwechselnd 2/60 bzw 3/60 Sekunden angezeigt werden.

Stutter

Unter Stutter versteht man zu lange angezeigte Einzelbilder. Dadurch werden Bewegungen stockend (nicht flüssig). Der Grund hierfür kann eine zu geringe Response Time oder zu geringe Frequenz des Eingangs-Signals sein. Als Gegenmaßnahme kann man die Interpolation aktivieren.


Bildschirm-Fachbegriffe

Bit

Die Farbtiefe wird in Bit angegeben. 8 Bit entspricht 28 verschiedenen Stufen pro Farbkanal, bei Fernsehern wären das rot, grün und blau. Durch die Kombination von den Kanälen sind dann 28*28*28=16.777.216 Farben möglich. Ist die Farbtiefe nicht hoch genug kann es zu Banding kommen. HDR10 oder die dynamischen HDR Formate, wie Dolby Vision, arbeiten mit 10 oder gar 12 Bit Farbtiefe.

Gamut

Der Gamut ist die Menge aller Farben, beziehungsweise Farbtöne, die ein Gerät darstellen kann. Für HDR-Material braucht ein TV einen weiten Gamut (engl.: wide color gamut).

Hertz

Das Hertz ist die abgeleitete SI-Einheit für die Frequenz mit 1Hz=1/s . Bei Fernsehern geht es meist um die Bildwiederholfrequenz, also wieviele verschiedene Bilder ein Fernseher pro Sekunde anzeigen kann. Dies ist meist ein fixer Wert, ansonsten spricht man von einer VRR.

Input Lag

Unter dem Input Lag (Eingangsverzögerung) versteht man die Zeit (Latenz) die ein TV oder Monitor braucht, bis er das eingespeiste Signal auf dem Bildschirm anzeigt. Ein geringes Input Lag ist vor allem bei Videospielen wichtig. Input Lags von unter 20ms sind gut und fallen den meisten Nutzern nicht mehr auf.

Interpolation – Zwischenbildberechnung

Da die meisten Signale beim Fernseher mit 30 oder weniger Bildern pro Sekunde ankommen und ein Fernseher eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 120Hz hat, kann der TV Zwischenbilder berechnen. Dadurch sieht das Bild flüssiger aus. Es kann aber auch schnell ein Soap Opera Effekt entstehen.

IPS – In Plane Switching

Kurz für In Plane Switching, was eine Unterart der LCD-Panels ist. Die Vorteile von IPS sind die schnelle Response Time und die vergleichsweise gute Bildqualität unter schrägeren Betrachtungswinkeln. Dafür ist das Schwarz nicht so tief und der Kontrast nicht ganz so hoch wie bei anderen Bauweisen.

LCD

Ein “Liquid Crystal Display” (LCD) ist eine Flüssigkristallanzeige beziehungsweise eine Art von Bildschirm, bei der das Licht der Hintergrundbeleuchtung durch eine Flüssigkristallschicht polarisiert wird.

Motion Handling

Unter Motion Handling versteht man alles, was damit zusammenhängt bewegte Bilder darzustellen.

Nit

Das Nit ist die SI Einheit für die Leuchtdichte: 1 nit = 1 cd/m2 also wieviel Lichtstärke pro Fläche abgegeben wird. Die durchschnittliche und die maximale Leuchtdichte sind die besten Vergleichszahlen für die “Helligkeit” von Bildschirmen.

Response Time

Die Response Time ist die Zeit, welche ein Pixel braucht, um seine Farbe zu ändern. Meistens wird die Zeit gemessen, die ein Pixel braucht, um zu 80% von einer der Grundfarben (RGB) zu einer anderen zu wechseln. Die Größe ist mit die Wichtigste, wenn es ums Motion Handling geht, da eine zu hohe Response Time sichtbaren Motion Blur erzeugt.

VA – Vertical Alignment

Die Abkürzung VA steht für Vertical Alignment, was eine spezielle Art von LCD-Panel ist. Vorteile von VA-Displays sind ein hoher Kontrast und gute Schwarzwerte. Ein Nachteil ist der eingeschränkte Betrachtungswinkel.

VESA

Die Abkürzung VESA wird für den von der namensgebenden Video Electronics Standards Association definierten Standard ( Flat Display Mounting Interface (FDMI)) für die Befestigung von Wandhalterungen verwendet. Die beiden Zahlen (z.B.: 600 x 400) stehen für den horizontalen und vertikalen Lochabstand der Gewinde.

VRR – Variable Refresh Rate

Wenn ein Fernseher eine VRR (deutsch: Variable Bildwiederholrate) unterstützt, dann kann er die Frequenz an die der Grafikkarte anpassen. Im Idealfall gibt die Grafikkarte so viele fps (Bilder pro Sekunde) aus, wie sie kann. Stellt der TV dann alle Bilder genauso dar, kommt es nicht zum Tearing.


Funktionen & Features

Dithering

Das Dithering ist ein Verfahren, mit dem ein Fernseher Farben simuliert, die er eigentlich nicht darstellen kann. Es wird angewendet damit 8 Bit Fernseher auch eine Farbtiefe von 10 Bits darstellen können.

FRC – Frame Rate Control

Die Frame Rate Control ist eine Art des Ditherings. Bei der FRC wird durch den schnellen (hochfrequenten) Wechsel von zwei Farbwerten der dazwischen liegende Farbwert simuliert.

PVR – Personal Video Recorder

Die Abkürzung PVR steht für Personal Video Recorder und wird für die Funktion verwendet, dass ein Fernseher Sendungen selbst auf ein per USB verbundenes Massenspeicher-Medium (Festplatte, USB-Stick, etc) aufzeichnen kann.

This post is also available in: English


* Ungefährer Preis inkl. Mwst, zzgl. Versandkosten // Zuletzt aktualisiert am 20. February 2020 um 19:59 Uhr. Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
tv
Mehr zu neuen TVs?
Dann abonniere unseren TV-Newsletter und bleibe informiert zu Neuheiten aus der Fernseher Welt ...
 
Mehr fürs Heimkino?
... oder abonniere unseren Heimkino-Newsletter um das Kino-Erlebnis nach Hause zu holen!
 
popcorn