OLED vs QLED – Der große Vergleich 2019

Alle, die nach einem Premium 4K (oder sogar 8K) Fernseher mit herausragender HDR Performance suchen stehen irgendwann vor der selben Frage: Was ist eigentlich besser, OLED oder QLED? Was sind die Vorteile und was die Nachteile der beiden Technologien? Man findet viele, oft subjektive, Meinungen und Ratgeber zu diesem Thema. Deshalb haben wir versucht in diesem Artikel, soweit wie möglich, bei den klaren Fakten zu bleiben.

Technische Unterschiede von OLED & QLED

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Arten von Panels ist, wo das Licht herkommt. Bei QLEDs kommt es, wie bei normalen LED (LCD) TVs von einer Hintergrundbeleuchtung. Bei OLEDs hingegen kommt das Licht von den einzelnen Pixeln selbst. Deswegen werden zuerst die Funktionsweisen der beiden Technologien OLED und QLED erklärt.

OLED Funktionsweise

Die Abkürzung “OLED” steht für “organic light emitting diode”. Der “LED”-Teil bedarf keiner weiteren Erklärung an dieser Stelle, viel interessanter ist der “organic”-Teil. Das hat aber nichts mit der englischen Bezeichnung für Bio zu tun. Der Begriff kommt von der organischen Chemie, welche sich mit Kohlenstoffverbindungen befasst. Das ist der Unterschied zum “crystal” in LCD, bei dem Kristalle für die Farben verantwortlich sind. Außerdem hört “organisch” sich besser an als Plastik oder Kunststoff (was in diesem Fall zutreffen würde). Jedes Pixel besteht aus 4 Subpixeln (weiß, rot, grün, blau), welche Licht in der entsprechenden Farbe in verschiedenen Intensitäten von sich geben können oder auch eben gar nicht leuchten können (Schwarz).

QLED Funktionsweise

Ein QLED Panel ist quasi ein verbessertes LCD Panel. Zu den verschiedenen Schichten des LCD Panels kommt eben noch die namengebende (Licht emittierende) Quantenpunkt- (engl. Quantum Dot) Schicht hinzu. Diese Quantenpunkte spalten das Licht der (evtl. andersfarbigen) Hintergrundbeleuchtung in die monochromatischen Wellenlängen von entweder rot, grün oder blau auf. Die Farbe hängt von der Größe des Quantenpunktes ab. Durch diese Aufspaltung der Hintergrundbeleuchtung werden vor allem höhere Helligkeiten und ein besserer Gamut erreicht. Dieselbe Technik heißt aber nicht immer gleich. Sony nennt sie zu Beispiel Triluminous, LG Nano Cell, Hisense ULED und Samsung sowie TCL erst QLED.

PanelOLEDQLED
BeleuchtungPixelHintergrundbelecuhtung
SchwarzPerfektAbhängig vom Local Dimming
KontrastUnendlich:1Abhängig vom Local Dimming
BetrachtungswinkelSehr großEng
Pixel Response Time<1ms3-6ms
Helligkeit300-600 Nits350-900 Nits
Maximale HelligkeitBis zu 1000 NitsBis zu 2000 Nits
UniformityExzellentAbhängig von der Hintergrundbeleuchtung
FarbvolumenSehr großFast vollständig
Burn-InRisiko bestehtNein
Tiefe des BildschirmsSehr dünnAbhängig von der Hintergrundbeleuchtung
Am besten fürDunkle Räume, die meisten NutzerHelle Räume

OLED TVs

OLED, die HDR-Meister

Der größte Vorteil eines OLED Panels ist das (nahezu) perfekte Schwarz und der daraus resultierende Kontrast von :1, da ja das Pixel nebendran schon wieder voll leuchten kann. Wegen der fast sofortigen Response Time der Pixel sind schnelle Bewegungen sehr klar. Die naturgetreue Abbildung von Farben ist vorbildlich, außerdem gibt es weder Clouding, noch Banding oder Black Crush. HDR-Details sehen auf einem OLED einfach nur berauschend aus, besonders in sehr dunklen Szenen.

Nicht hell genug?

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass OLEDs nicht hell genug seien. Wenn man sich allerdings die 2018er OLED Fernseher anschaut, kann man das nicht bestätigen. Die gängigen OLED Panel kommen auf 300-400 Nits mit SDR Inhalten und 700-900 Nits mit HDR Inhalten. Das ist noch nicht das Niveau mancher QLEDs, aber hell genug für fast jede Umgebung. Günstigere Fernseher, wie der Samsung RU7179 haben Probleme auf eine Helligkeit von über 300 Nits zu kommen – doch das reicht für viele Nutzer in der Regel aus.

In großflächig hellen Szenen wird die Helligkeit aller Pixel verringert. (Automatic Brightness Limiter: ABL) Da aber logischerweise auch viel mehr Pixel hell leuchten, fällt dies nicht stark auf. Leider kann man den ABL nicht komplett deaktivieren. Da die meisten OLEDs als High-End Geräte auch eine sehr gute Anti-Reflection Beschichtung haben, sieht man kaum die Spiegelungen von Lichtpunkten (Lampen im Zimmer oder Fenster). Für die meisten Nutzer ist der Punkt mit den Spiegelungen viel wichtiger als die Helligkeit des Bildschirms.

Burn-In Risiko

Das Problem bei OLED TVs ist das Risiko bzw die Möglichkeit, dass sich statische Inhalte permanent einbrennen können. Damit dies passieren kann, müssen die Inhalte sehr hell sein, eine bestimmte Mindestgröße haben und für sehr sehr lange Zeit angezeigt werden. Für die meisten Konsumenten stellt das aber keine wirkliche Gefahr, da die schiere Masse an Zeit mit dem selben Inhalt nicht erreicht wird. Wenn man aber plant den Fernseher für einen Sender wie ntv zu nutzen (mit sehr statischem Inhalt, vor allem der weiße Nachrichtenbalken), dann ist ein OLED nicht die beste Wahl.

Natürlich haben die Hersteller auch Features in die High-End Geräte eingebaut, die das Risiko weiter minimieren. So kann das ganze Bild um wenige Pixel verschoben werden (was keinem auffällt) und Logos können automatisch runter gedimmt werden. Zusätzlich gibt es noch eine Art Pflegeprogramm (Pixel Refresher), wenn der TV in den Standby geht.
Burn-in entsteht kumulativ, es ist also egal, ob statischer Inhalt am Stück angezeigt wird oder nicht. Wenn die Helligkeit (OLED Licht) allerdings nicht auf Maximum gesetzt ist, dauert es meist tausende Stunden bis die meisten statischen Inhalte anfangen sich einzubrennen. Deswegen sollten die meisten Anwender auf der sicheren Seite sein.

OLED fürs Gaming

Schon die 2018er OLED Modelle können eine sehr gute Wahl fürs Gaming sein. Das nahezu perfekte Motion Handling und die herausragende Bildqualität lassen auch grafikintensive Games beeindruckend aussehen. Die OLEDs von LG haben noch dazu einen sehr geringen Input Lag um die 20ms je nach Eingangssignal. Die LG OLEDs B9, C9 und E9 unterstützen seit 2019 auch VRR, solange man eine Xbox One X oder Xbox One S oder einen mit PC Grafikkarte nutzt. Auch hochwertige Samsung TVs verfügen über VRR. Das gilt für den Samsung RU8009 sowie die gesamte QLED-Reihe.

LG Display

Alle heutigen OLED Bildschirme für Fernseher werden von LG Display hergestellt. LG Display verkauft diese aber auch an andere TV Hersteller weiter. OLED TVs gibt es von LG (LG OLED B9), Sony, Philips, Panasonic, Hisense, Grundig, Loewe, Bang & Olufsen und weiteren. Die verschiedenen Firmen versuchen sich durch bessere Bildverarbeitung, Interpolation, Tonqualität, unterstützte Formate und natürlich dem Preis voneinander abzusetzen.

QLED TVs

QLED, Triluminous, Nano Cell, etc

Wenn man es genau nimmt, findet man die Quantum Dot Technologie nicht nur in QLED Fernsehern. Das gleiche Prinzip gibt es bei Sony TVs mit dem Triluminous Display oder bei LG mit den Nano Cell Displays. Da aber die meisten Marken außer Samsung und TCL auch OLED TVs vertreiben, stecken diese nicht zwingend genauso viel Anstrengungen in ihre Licht-emittierenden Quantum Dots.

Die “QLED Alliance”

Im Jahr 2017 haben Samsung, TCL und Hisense die sogenannte “QLED Alliance” geformt. Samsung erlaubte den anderen beiden Marken auch den Begriff “QLED” zu verwenden. Zu dieser Zeit verkaufte keine der drei Marken einen OLED TV. Hisense hat den Begriff “QLED” allerdings nie genutzt und in 2018 sogar angekündigt jetzt auch OLED Fernseher zu verkaufen.

Brilliante Farben

Das wahrscheinlich Beste an einem QLED Fernseher sind die leuchtenden, satten Farben auch bei sehr hoher Helligkeit. Für andere Fernseher wie normale LED TVs oder OLEDs ist es oft schwierig, dass Farben in sehr hoher Helligkeit immer noch knallig und kräftig aussehen.

Maximale Helligkeit

Da die Beleuchtung eines QLED Fernsehers immer noch von einer Hintergrundbeleuchtung kommt, gibt es hier kaum Grenzen. Ein Flaggschiff-TV wie der Sony ZG9 kommt hier auf Spitzen von fast 4000 Nits. Das ist schon mehr als das Maximum bei normalem HDR und kann weitaus mehr aus HDR10 oder den dynamischen Formaten wie HDR10+ und Dolby Vision rausholen. Die leuchtenden Highlights werden so hell, dass man sie sogar in sehr heller Umgebung noch als solche wahrnehmen kann.

Local Dimming

Da ein QLED ein LCD Fernseher ist, braucht er eine Hintergrundbeleuchtung. Um schwarze Inhalte möglichst einheitlich darzustellen, muss der Fernseher diese auch gut dimmen können. In günstigeren Fernsehern findet man nur eine Edge Lit Local Dimming (am unteren Rand). Diese kann dann auch nur vertikale Streifen dimmen und so können unschöne Artefakte entstehen.

Mit Full Array Local Dimming (FALD) können verschiedene Zonen gedimmt werden. Die Hintergrundbeleuchtung sitzt hier direkt hinter dem Bildschirm. Die Anzahl der Zonen variiert je nach Model, Größe und Preisklasse von 36 bis zu 720 in High-End Geräten. Je höher die Anzahl der Zonen, desto mehr Details können präzise dargestellt werden – gleichzeitig steigt auch der mögliche Kontrast. Manche Probleme einer Hintergrundbeleuchtung bleiben allerdings. Schaut man zum Beispiel einen Kinofilm mit einem Seitenverhältnis von 21:9, dann erscheint der obere und untere Teil des eigentlichen Films aufgrund der schwarzen Balken etwas dunkler als er sein sollte.

Also OLED oder QLED?

OLED oder QLED? Es ist schwierig einen Gewinner für alle Vorraussetzungen zu küren. Wegen den zahlreichen Vorteilen in dunklen Räumen und der grundsätzlich beeindruckenden Bildqualität ist ein OLED für die meisten Leute wahrscheinlich die bessere Wahl. Letztendlich kommt es nichtmal wirklich darauf an wofür man den TV nutzen möchte. Videospiele, Filme, Streaming und normales Fernsehprogramm sieht alles super aus, sei es in SDR oder HDR.

Wenn man aber zu den wenigen Nutzern gehört, für welche das Burn-In Risiko ein Faktor ist oder man den Fernseher in einem sehr hellen Raum nutzen möchte, dann ist ein ausgewachsener QLED vielleicht die bessere Wahl. Allerdings kommen nur QLEDs mit einem ordentlichen FALD an die Bildqualität von OLEDs heran. Ein anderer Grund sich für einen QLED zu entscheiden können die knallig bunten, hellen Farben sein. Diese zahlen sich vor allem bei Animationsfilmen oder Videospielen aus.

Die besten OLED Fernseher 2019

LG C9

Der LG C9 ist einer der besten Fernseher des Jahres 2019. Er überzeugt mit einem fantastischen OLED Panel, HDMI 2.1 Funktionalität und allen Vorzügen. Dazu gehört HDMI eARC, 4K @ 120 Hz sowie VRR und Auto Low Latency Mode. Teil des Lineups ist noch der günstigere LG B9, der allerdings über einen schwächeren Prozessor verfügt.

Philips 804

Der Philips 804 verwendet das gleiche Panel wie der LG C9, da Philips TP Vision seine Panels von LG Display bezieht. Der 804 verfügt über den P5 Picture Engine Chip, der für fantastische Bildverarbeitung sorgt. Außerdem unterstützt er alle dynamischen HDR-Formate, nämlich HDR10+ sowie Dolby Vision. Gepaart mit perfektem Schwarz und unendlichem Kontrast ist man mit diesem Fernseher für jedes HDR-Abenteuer gerüstet.

Panasonic GZW 2004

Auch Panasonic bezieht seine Teile von LG Display, doch die Japaner bereiten die Panels noch ein wenig auf, um mehr Leistung aus ihnen heraus zu kitzeln. Das sorgt für mehr Leistung und höhere Helligkeit, als es die Konkurrenz schafft. Auch der Panasonic GZW 2004 unterstützt Dolby Vision und HDR10+.

Sony AG9

Auch der Sony AG9 verwendet ein LG Display OLED Panel. Seine Stärken sind die fantastische Bildverarbeitung von Sony, die die meisten Leute allem Anschein nach bevorzugen, sowie erstklassige Sound-Features. Wer zuhause eine Surround-Anlage stehen hat, wird diesen OLED Fernseher lieben. In Verbindung mit einem AV-Receiver lässt er sich als Center-Speaker in das Surround-Setup integrieren, wodurch der Klang direkt vom Bild kommt. Hinter dem Panel liegen Lautsprecher, sodass dieser Effekt auch nicht simuliert wird. Mit dem Sony AG9 holt man sich die echteste Kino-Erfahrung nach Hause.

Die besten QLED Fernseher 2019

Samsung Q90R

Der Samsung Q90R gehört zu den besten QLED Fernsehern des Jahres. Seine Helligkeit ist wahnsinnig hoch, so dass er sich sogar in sehr hellen Räumen einsetzen lässt. Auch der Kontrast ist mit 11000:1 extrem hoch. Gleichzeitig ist sein Schwarzwert sehr einheitlich und tief, was in dunklen Räumen toll aussieht. Jedoch zeigt er dadurch Farben manchmal kontrastreicher an, als sie wirklich sind – das mögen jedoch viele Menschen. Besonders bei Animationsfilmen ist das toll. Für Gaming ist auch er eine tolle Wahl.

Sony XG9505

LG SM9900

Der LG SM9900 ist der einzige NanoCell Fernseher aus dem aktuellen Lineup, der 8K Auflösung liefert. Damit gehört er zu einem von sehr wenigen Fernsehern. Er verfügt über ein IPS Panel mit Full Array Local Dimming – und ist dadurch eher für helle Räume mit vielen Lichtquellen gedacht. Bedingt durch das IPS Panel ist der Schwarzwert in dunkler Umgebung nicht ganz so einheitlich. Dennoch ist das Panel mit 8K Auflösung fantastisch scharf.

Samsung Q950R

Auch der Samsung Q950R ist ein 8K Fernseher. Er verfügt jedoch über ein VA Panel, weshalb der Betrachtungswinkel zwar eingeschränkt ist, Schwarzwert und Helligkeit sowie Kontrast jedoch sehr gute Werte erzielen. Er entspricht in großen Teilen dem Samsung Q90R, nur dass er eben 8K Auflösung liefert, statt “nur” 4K.

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* Ungefährer Preis inkl. Mwst, zzgl. Versandkosten // Zuletzt aktualisiert am 5. April 2020 um 10:57 Uhr. Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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