Samsung kündigt OLED Fernseher an

Samsung ist bislang dafür bekannt, unter der Markenbezeichnung “QLED” ausschließlich LCD Panels zu produzieren. Zu Beginn dieser Woche bestätigte der Konzern, mit QD-OLED wieder in den OLED Markt einzusteigen, was seinem Gegenspieler LG Konkurrenz bereiten dürfte.

Samsung Display, eine hundertprozentige Tochterfirma der Samsung Group, entschied sich im August 2019 die Produktion ihrer LCD Panels großflächig einzustellen. Während bislang 250.000 Panels monatlich in Südkorea produziert wurden, legt Samsung Display jetzt die Herstellung eines Fließbands auf Eis. Das sind 90.000 Einheiten weniger pro Monat. Ein weiteres Fließband soll im September um 30.000 Einheiten gekürzt werden, wie der Korea Herald berichtet.

QLED und OLED in einem Bildschirm

Das stillgelegte Fließband soll nun auf die Produktion von QD-OLED Panels umgestellt werden. Dabei handelt es sich um Hybrid-Panele, die OLEDs und Quantum Dots nutzen. Die ursprüngliche Hintergrundbeleuchtung von LCD Fernsehern soll durch blau emittierende OLEDs ersetzt werden. Die Quantum Dots spalten das Licht dann in rotes und grünes Licht auf. So ergibt sich der klassische RGB-Farbraum. Die Massenproduktion soll laut Business Korea im Jahr 2021 beginnen. Die Investitionssumme betrage etwa 2,15 bis 2,58 Milliarden US-Dollar.

Besonders ist, dass Samsung die Panels vollkommen eigenständig produzieren wird. Obwohl Sony, Philips, Panasonic und LG ebenfalls OLED Fernseher herstellen, kommen alle großen OLED Panels von LG selbst.

Diese Maßnahme soll ein Weg sein, die Führungsposition von Samsung im High-End Displaymarkt beizubehalten, sagt ein Insider laut dem Korea Herald. Die Produktion von LCD Panels sei durch die Konkurrenz chinesischer Elektronikfirmen und dem resultierenden Überangebot weniger profitabel geworden.

Bei der Produktion stehen die Bildschirmgrößen 55 und 65 Zoll besonders im Fokus. LG hat bereits auf diese Maßnahme reagiert und plant in Zukunft, noch größere OLED Fernseher herzustellen. Damit sollen Geräte jenseits der 77 Zoll-Marke erschlossen werden. Das aktuelle Premium-Produkt von LG ist der LG W9, ein OLED Fernseher mit eigener Soundbar mit maximal 77 Zoll.

Samsung fertigt selbst auch OLED Panels an, jedoch nur kleinere und mittlere Bildschirme für Smartphones und Tablets. Das macht Samsung nicht nur für seine eigenen Galaxy Smartphones: Einer ihrer Kunden ist beispielsweise Apple, die Samsung OLED Displays zuletzt bei ihren Smartphones iPhone XS und iPhone XS Max verwendeten.

iPhone XS Max
Apple steht zwar drauf – doch die Bildschirme aller iPhone XS und XS Max kommen von Samsung. Bild: Apple Inc.

Unterschiede zwischen QD-OLED, OLED und QLED

 QLED (LCD)OLEDQD-OLED
Hintergrundbeleuchtung
Selbst leuchtende LEDs
Quantum Dot-Schicht
Betrachtungswinkel
Hohe Helligkeit
Echtes Schwarz
Farbgenauigkeit

Was passiert mit MicroLEDs von Samsung?

Im Januar 2018 führte Samsung auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas ein MicroLED Display mit 75 Zoll vor. Zurecht steht jetzt die Frage im Raum, ob die Produktion von MicroLEDs durch QD-OLEDs verschoben wird. Eine Studie des Marktforschungsinstituts IHS Markit geht davon aus, dass MicroLED erst 2024 seine Marktreife erreichen wird. Im Jahr 2026 erwartet IHS Markit einen Gesamtabsatz von insgesamt bis zu 16 Millionen MicroLED Fernsehern.

Samsung The Wall
Samsung stellt auf der CES 2018 den MicroLED Bildschirm “The Wall” vor. Bild: Samsung

MicroLED sind mikroskopisch kleine LEDs, die wie OLEDs selbst das Licht emittieren. Somit ist ebenfalls keine Hintergrundbeleuchtung notwendig, wie bei QD-OLED auch. Außerdem gibt es keinen Bildschirmrand mehr und der Bildschirm kann per Steckverbindungen einfach erweitert werden.

Für Geschäftskunden gibt es bereits ein MicroLED-Display, nämlich “The Wall”. Diese digitale Leinwand mit Full HD-Auflösung ist wie geschaffen für große kommerzielle Werbeflächen, zum Beispiel in Einkaufszentren.

Ob QD-OLED Panels diese Entwicklung verlangsamen, bleibt abzuwarten. Möglich wäre, dass MicroLED in den ersten Jahren nach Marktreife als Premium-Produkte gehandelt werden und QD-OLEDs von Samsung die günstigere Alternative darstellen sollen.

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Bildnachweise: © Apple Inc., Samsung Electronics GmbH
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