Single-, Twin- und Triple-Tuner im Vergleich

Du hast dich nach tage- und gar wochenlanger Suche endlich für ein TV Modell entschieden, das dir zusagt und liest hinterher Angaben wie “Leider nur mit Single-Tuner” oder “kein Twin-Tuner”. Doch was steht überhaupt hinter dem Bezeichnungsdschungel? Wir klären auf und fassen die wichtigsten Informationen zu diesem Thema für euch zusammen.

Was ist ein Tuner?

Ein Tuner oder auch eine Empfangseinheit ist sozusagen ein Filter hinter dem eigentlichen Empfangsgerät eines Fernsehers, der den gewünschten TV-Sender aus dem empfangenen Signal herausfiltert, damit dieser auf dem Bildschirm ausgegeben werden kann. Vereinfacht gesagt wird er also dazu benötigt, Signalinformationen von TV-Programmen — und auch Radiosendern — für euer Fernsehgerät verständlich zu machen. Dabei können moderne Fernseher inzwischen verschiedene Signalarten verarbeiten.

Die meisten Fernseher können Sender über Kabel, Antenne oder die Satellitenschüssel verarbeiten. Wenn ein Gerät alle drei Signale empfangen kann, dann wird das verbaute Empfangs- und Verarbeitungsmodul als Triple-Tuner bezeichnet. Wenn ein Empfangsteil nur zwei der drei Signale verarbeiten kann, wird dieses Modul von den TV Herstellern gewöhnlich als Dual-Tuner bezeichnet – welcher aber heutzutage immer weniger verwendet wird.

Es wird also schnell klar, dass ihr beim Kauf eines Fernsehers darauf achten solltet, dass der Fernseher auch den Signalbereich empfangen kann, der bei mir zu Hause genutzt wird. Manchmal ist das gar nicht so einfach, da die Hersteller diese Informationen sehr kryptisch halten. Dies sind die drei aktuell gängigsten Signaltypen:

  • DVB-C: Kabel
  • DVB-T2: Antenne
  • DVB-S2: Satellit

Der Quad-Tuner als Abgrenzung

Manche Hersteller bezeichnen die Möglichkeit von Internet-Fernsehen als zusätzliche Signalquelle. Wenn ein TV-Gerät also über die entsprechende Anbindung durch eine integrierte Lan oder WLAN Schnittstelle verfügt und zusätzlich ein Triple-Tuner verbaut wurde, deklarieren das Hersteller in den Spezifikationen gerne als integrierten Quad-Tuner. Andere Bezeichnungen dafür lauten etwa Quattro-Tuner, Penta-Tuner oder DVB-IP.

Der große Vorteil dieses vierten Signalwegs ist ein deutlich vereinfachtes Kabelmanagement im Haushalt, da das Fernsehprogramm direkt in das Heimnetzwerk eingespeist und anschließend zum Beispiel mit einem kompatiblen Fernseher aber auch anderen Geräten wie Tablets oder Smartphones abgerufen werden kann. Das macht die Verteilung von Empfangsgeräten viel flexibler, da höchstens noch eine zusätzliche Stromquelle benötigt wird.

Fernsehgeräte von Panasonic bieten an dieser Stelle aber nicht nur die Option, das Signal direkt am TV anzuzeigen, sondern können ab der JXW944 Modellreihe die Eingangsquelle per IP-Server anderen Geräten im Netzwerk zur Verfügung stellen. Besondere Zusatzperipherie in Form einer IP-Box oder einem Receiver fallen dadurch weg. Weiterer Clou an der Sache: Die Art der Quelle spielt keine Rolle. Bedeutet konkret, dass dem TV egal ist, aus welcher Empfangsart die Daten stammen und das Gerät so auch problemlos SAT, Kabel, DVB-T2 oder DVB-IP Inhalte im Heimnetz verteilen kann.

Schnittstellen des LG OLED C1. Triple Tuner Anschluss ANTENNA/CABLE IN © LG Electronics

Single- oder Twin-Tuner: Unterschied und Verwechslungsgefahr

Die Bezeichnung Single- oder Twin-Tuner steht nicht etwa für die verschiedenen Signalarten, die Empfangen werden können, sondern die Anzahl an Programmquellen, die der Fernseher gleichzeitig verarbeiten kann, falls nötig. Aber wann ist das überhaupt relevant?

Nun ja, nur dann, wenn ihr auch tatsächlich zwei Sender gleichzeitig nutzen möchtet. Das gängigste Beispiel hierfür ist, dass ihr eine Sendung mitschneidet, während ihr eine andere anschaut — was in der Zeit von Streamingdiensten und Mediatheken zunehmend in den Hintergrund rückt.

Tuner LNB
Um euren Twin Tuner voll nutzen zu können braucht ihr einen bestimmten LNB.

Achtung: Bedenkt, dass ihr zwei individuelle Empfangskabel beim Satellitenempfang zum Fernseher führen müsst. Andernfalls profitiert ihr nicht vom Vorteil des doppelten Signaleingangs. Dafür muss euer LNB also der Verstärker an eurer Satellitenschüssel ebenfalls über mindestens zwei sogenannte F-Ausgänge verfügen. Bei der Verbindung über Kabel müsst ihr euch hingegen keine Sorgen machen, da bei dieser Quelle alle Frequenzen bereits im Vorfeld zusammengeführt wurden und somit auf einer einzigen Leitung liegen.

Ob der Fernseher nun einen Twin- oder Singe-Tuner besitzt, hat mit der eigentlichen USB-Aufnahmefunktion (PVR) oder der TimeShift Funktion erst mal wenig zu tun. Ihr könnt eure Lieblings-Sendungen auch ohne Twin-Tuner aufnehmen. Ihr könnt nur nicht währenddessen etwas anderes schauen oder doch?

In einem bestimmten Fall besteht beim Empfang über Satellit eine Ausnahme. Liegen zwei Sender mit gleicher sogenannter Polaritätsebene vor, reicht eine Ein-Kabel-Lösung aus, um eines der Programme anzuschauen und das Zweite parallel aufzunehmen. Neben dem Transponderplatz, der Frequenz und Symbolrate gehört die Polarisation zu den Empfangsinformationen eines TV-Programmes. Das Signal trennt sich dabei in einen horizontalen und einen vertikalen Polaritätsteil.

Für wen ist ein Twin-Tuner relevant?

Ein Twin-Tuner war vor den Zeiten des Streamings und der Mediatheken wesentlich relevanter, da ihr damit Sendungen aufnehmen und später anschauen könnt, falls es zu Überschneidungen kommt. Daher ist es also nur für diejenigen Nutzer wichtig, welche ihr TV Erlebnis auf lineares Fernsehen beschränken.

Auch bei der Nutzung eines Receivers, etwa von der Telekom oder für Sky ist der Twin-Tuner ebenfalls nicht von belangen, da diese Empfangsgeräte die Verarbeitung des Signals komplett übernehmen und der Fernseher praktisch nur noch als Monitor fungiert. Hier müsste also der Receiver einen Twin-Tuner besitzen und nicht der TV. Bei Sky Q Receiver ist das beispielsweise der Fall. Das Aufnehmen eines Senders und gleichzeitiges Schauen eines anderen ist bei dieser Lösung also in allen Fällen garantiert.

Zusammenfassung der verschiedenen Tuner

Tuner ArtenFunktion des TunersMögliche Signalarten
Dual TunerVerarbeitung von lediglich zwei SignalartenMeist:
DVB-T (Antenne),
DVB-C (Kabel)
Twin TunerVerarbeitung von drei SignalartenDVB-T (Antenne),
DVB-C (Kabel),
DVB-S (Satellit)
Quad TunerVerarbeitung von drei Signalarten + Internet
(Keine gängige Bezeichnung, da der Internetzugang nicht vom Tuner abhängig ist)
DVB-T,
DVB-C,
DVB-S,
DVB-IP (Internet)
Single Triple TunerTriple Tuner, der nur eine Signalart zur gleichen Zeit verarbeiten.DVB-T,
DVB-C,
DVB-S
Twin Triple
Tuner
Triple Tuner, der zwei Signale zur gleichen Zeit verarbeiten kann.
(Etwa bei zeitgleicher USB-Aufnahme und dem Schauen eines anderen TV Programms)
DVB-T,
DVB-C,
DVB-S

Neben der richtigen Wahl des Empfangsmoduls spielen noch viele weitere Faktoren beim Kauf eines Fernsehers eine Rolle. Darunter auch die Auflösung des Panels oder die Bildwiederholfrequenz. Falls ihr mehr darüber erfahren wollt, schaut gerne in unseren Serviceartikel zur 4K Auflösung oder dem Ratgeber zum Thema Hertz hinein.

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