Hertz – Die Frequenz von Fernseher

Neben vielen anderen Bezeichnungen, taucht auch immer wieder die Frequenz und Hertz-Zahlen in Verbindungen mit 4K Fernsehern und Monitoren auf. Doch was bedeutet das eigentlich und warum gibt es 60Hz, 120Hz und sogar 144Hz? Wir haben euch hier das wichtigste zusammengefasst.


Was heißt Hertz überhaupt? – Definition und Begriffserklärung

Zunächst einmal bezeichnet das Hertz mit dem Einheitszeichen Hz die physikalische Größe für Frequenz. Unter Frequenz versteht man einen sich wiederholender Vorgang pro Sekunde. Der Begriff geht auf den Physiker Heinrich Hertz zurück. Die Bildwiederholfrequenz ist wiederum ein Begriff aus der Film- und Fernsehtechnik und auch bei Computern taucht die Einheit auf. Hier gibt die Einheit die Anzahl der Einzelbilder pro Sekunde an, die ein Bildschirm darstellen kann. So kann ein 120Hz-Fernseher 120 Bilder pro Sekunde darstellen, was zu einer äußerst flüssigen Bewegung führt.

60Hz oder 120Hz?

Bei Fernsehern fragt man sich häufig, wie viel Hertz man nun benötigt. Hier ist die Antwort eigentlich recht simpel, da es bei heutigen Fernsehern nur noch zwischen 60Hz oder 120Hz unterschieden wird. Jedoch werden Verbraucher oft von anderen Bezeichnungen irritiert, denn Samsung gibt bei seinen Fernsehern 100Hz bei der Bildwiederholfrequenz an, wenn eigentlich 120Hz gemeint sind. LG wiederum gibt gerne die alte und neue Bildwiederholfrequenz mit 100/120Hz an. Das gleiche gilt bei 50Hz, obwohl eigentlich die neuen 60Hz gemeint sind. Woher kommt das?

Alte Fernsehnormen für die Bildwiederholfrequenz

Um die Antwort zu finden, muss man sich die alten Fernsehnormen ansehen, die für analoges Fernsehen festgelegt wurden. Dort gab es die PAL-Norm, die man in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt findet, sowie die NTSC-Norm, die vor allem in den USA gebräuchlich war. Darüber hinaus gibt es noch die SECAM-Norm, die man in Ländern wie Frankreich oder Russland findet, technisch jedoch der PAL-Norm gleich kommt.

Wirft man erneut einen Blick auf die Frequenz, dann stellt man fest, dass die PAL-Norm 50Hz und die NTSC-Norm 60Hz beträgt. Das liegt am jeweiligen Wechselstrom der entsprechenden Länder und wenn man es genau nimmt, dann sind es sogar nur 25Hz bzw. 30Hz, da das Bild zu den Zeiten aus Halbbildern bestand. Die Methode kennt man vielleicht unter dem Begriff Zeilensprungverfahren, die im englischen mit “interlaced” gekennzeichnet ist. Denn das dargestellte Bild auf dem Fernseher bestand aus zwei einzelnen Bildern, bei dem zunächst die geraden und dann die ungeraden Zeilen dargestellt wurden.

Daher kommt auch die alte Angabe 1080i für “interlaced”, die heutzutage durch 1080p für “progressive”, also fortlaufend, ersetzt wurde. Hier wird das Bild nämlich fortlaufend aufgebaut, wodurch z.B. Flimmern der Vergangenheit angehört. Daher gibt es auch die alten Fernsehnormen nicht mehr, da digitale Fernsehstandards den Platz eingenommen haben.

Was ist mit 50Hz und 100Hz Fernsehern?

Hersteller geben häufig noch die altbekannten Hertz-Zahlen an, was den Konsumenten zusätzlich verunsichert. Jedoch sind alle Fernseher, deren technische Daten 50Hz angeben, auch für Inhalte für 60Hz ausgelegt. Das gleiche gilt auch für 100Hz-Fernseher und 120Hz-Inhalte. Besitzt man also einen 60Hz-Fernseher, dann wird das Fernsehsignal mit 50Hz genauso gut wiedergegeben, wie das 60Hz-Signal einer angeschlossenen Konsole.

Daher lässt sich das ganze recht einfach merken: 50Hz entspricht dem neuen 60Hz und 100Hz entspricht 120Hz. Hierbei handelt es sich immer um die native Bildwiederholfrequenz, was der einzige Wert ist, auf den es letztendlich ankommt.

Alle 4K-Fernseher, egal ob QLED oder, OLED kommen heute mit einem 60Hz oder 120Hz Display, wobei die Tendenz eher zu 120Hz geht. Wir haben für euch die besten OLED Fernseher zusammengestellt. Bei Monitoren sieht das ganze etwas anders auch, doch dazu kommen wir später.

Bis zu 1200Hz?– Zusätzliche Hertz-Angaben

Andere Hertz-Angaben wie Motionflow 800Hz, Clear Motion Rate (CMR) 600Hz oder 600Hz Intelligent Frame Creation Pro sind reine Marketingangaben der Hersteller und bringen keinerlei Mehrwert. Diese Werte haben nichts mit der tatsächlichen Bildwiederholrate zu tun, die es, wie erwähnt, nur in 60Hz oder 120Hz gibt. Hier kann man allerdings meist davon ausgehen, dass der Fernseher über eine Art der Zwischenbildberechnung verfügt.

Hier kennt man vielleicht den Begriff Motion-Interpolation, was übersetzt “Bewegungsinterpolation” bedeutet. Es handelt sich um eine Form der Videoverarbeitung, bei der Zwischenbilder berechnet werden, um sie zwischen die existierenden Bilder einzufügen. Dadurch wird die Bildfrequenz nachträglich erhöht, wodurch Bewegungen flüssiger dargestellt werden.

Warum ist die Hertz-Zahl so wichtig?

Ein bewegtes Bild besteht – ganz wie bei einem Daumenkino – aus 24 einzelnen Bildern, damit das menschliche Auge es als flüssige Bewegung erkennt. Je mehr Einzelbilder dazu kommen, desto flüssiger wird die Bewegung. Gerade bei schnelllebigen Sendungen, beim Sport oder bei Videospielen ist es wichtig, dass nichts ruckelt und man z.B. den Ball beim Fußball so gut es geht mitverfolgen kann. Daher ist eine Zwischenbildberechnung bei Fernsehern extrem wichtig, damit das bewegte Bild absolut ruckelfrei dargestellt werden kann.

Stutter und Soap Opera Effekt

Neben einer hohen Hertz-Zahl, spielt auch eine niedrige Reaktionszeit eine wichtige Rolle, da Inhalte nur dann ohne Bewegungsunschärfen dargestellt werden können. Bei OLED-Fernsehern liegt sie bei unter einer Millisekunde. Hier können letztendlich Stutter entstehen, die jedoch durch die Zwischenbildberechnung wieder bereinigt werden können.

Ein Nachteil ist hier der so genannte Soap Opera Effekt. Werden die Zwischenbilder nicht richtig oder bewegungsorientiert berechnet, dann wirken Hintergründe in Filmen und Serien oft sehr statisch und das ganze wirkt nicht richtig rund, da die Charaktere sich gefühlt zu schnell bewegen. Das ist auch der Fall bei schlecht produzierten Seifenopern.

“Der Hobbit: Eine unerwartete Reise” war der erste Film, der mit der Zusatzbezeichnung HFR im Kino lief. HFR steht für high frame rate und während Filme normalerweise in 24fps gezeigt werden, wurde “Der Hobbit: Eine unerwartete Reise” mit der doppelten Bildrate, also 48fps, gezeigt. Während die allgemeine Bildqualität dadurch zwar verbessert wurde, wirkt der Film jedoch eher künstlich und eben wie eine Seifenoper. Das HFR-Format wird heute kaum noch verwendet, auch wenn James Cameron das Format für seine Fortsetzung von Avatar erneut nutzen möchte.

Hertz beim Gaming

Wenn man gerne zockt, dann hat sowohl die Hertz-Zahl des Fernsehers oder Monitors als auch die fps oder Bildrate eine hohe Bedeutung. Von vielen Nutzern werden die Begriffe auch austauschbar genutzt, jedoch gibt es feine Unterschiede, auch wenn sie im Kern das gleiche meinen.

Controller Xbox Series X Gaming Hertz
  • Hertz: Hier wird die Bildwiederholfrequenz genannt, also die Anzahl an Bildern, die pro Sekunde vom Fernseher oder Monitor dargestellt werden
  • FPS: Die Abkürzung für frames per second findet man vor allem im Bezug aufs Gaming. FPS bezeichnet demnach die Geschwindigkeit, in der eine Grafikkarte Bilder produzieren kann. Wirft die Grafikkarte nur 120FPS aus, man besitzt allerdings einen 60Hz Monitor, dann gehen die übrigen 60FPS verloren. Die deutsche Bezeichnung Bildrate oder Bildwiederholrate kann man mit FPS gleichsetzen.

Fernseher und Monitore mit hohen Hertz-Zahlen

Wer gerne viel zockt, der sollte sich einen Fernseher oder Monitor mit einer hohen Hertz-Zahl, also mindesten 120Hz holen. Gerade bei Shootern sind flüssige Bewegungen das A und O und bei Monitoren dürfen es auch gerne 144Hz oder sogar 240Hz sein, wenn die Grafikkarte die entsprechende Leistung hergibt. Seid ihr lieber gemütlich unterwegs und spielt lieber Rollenspiele wie The Witcher 3? Dann reichen auch deutlich weniger Hertz, da die Immersion sonst verloren geht und es bei solchen Spielen nicht auf eine schnelle Reaktion ankommt.

Denn beim Gaming will man vor allem dem so genannten Tearing entgehen, was vom englischen “to tear” für zerreißen kommt. Diesem Bildfehler begegnet man, wenn die Grafikkarte mehr FPS liefert, als der Monitor darstellen kann. Dadurch kann es dann passieren, dass zwei Bilder gleichzeitig dargestellt werden sollen und schließlich versetzt auf dem Bildschirm auftauchen. Das gleiche gilt beim Fernseher. Denn der TV muss die Bilder, die die Konsole ausspuckt, genauso wiedergeben, damit das Spiel flüssig läuft. Zusätzlich muss beim Fernseher eine HDMI 2.1-Schnittstelle vorhanden sein, da sonst keine [email protected] möglich sind.

Auch Nutzer von PlayStation 5 und Xbox Series X brauchen einen Fernseher mit 120Hz, wenn sie ihre Konsolen voll ausreizen wollen. Bisher waren 60Hz das Maximum und auch der Standard, doch immer mehr Spiele unterstützen mittlerweile die doppelt so hohe Hertz-Zahl. Hier hat die Xbox Series X jedoch deutlich die Nase vorne, auch wenn viele Spiele nur von einem FPS-Boost profitieren, den Microsoft im Februar 2021 vorgestellt hat. Dadurch können ausgewählte abwärtskompatible Spiele mit einer deutlich höheren Bildrate gespielt werden als noch beim Original. Selbst bei Xbox Cloud Gaming über den Xbox Game Pass Ultimate sind 120Hz möglich, jedoch nur bei einer FullHD-Auflösung.

Die Vorteile von 120fps

Der offensichtlichste Vorteil ist wohl, dass Spiele durch eine höhere Bildrate butterweich laufen und noch klarer dargestellt werden. Denn eine höhere Bildrate sorgt für weniger Bildunschärfen. Jedoch ist es unwahrscheinlich, dass große Open-World-Abenteuer mit durchgehend 120fps unterstützt werden, da das enorm auf Kosten der Grafik geht.

Dafür werden wahrscheinlich Multiplayer-Spiele einen speziellen 120-FPS-Modus bekommen, da sie am meisten von schnellen Reaktionen profitieren. Denn Shooter oder Renn- und Sportspiele brauchen einen geringen Input Lag, um Gegner schneller zu erkennen und um direkt handeln zu können.

Wie viel Hertz braucht mein 4K Fernseher?

Wie viel Hertz man nun im eigenen Wohnzimmer haben muss, kommt ganz drauf an, was man mit dem Fernseher machen will. Schaut man nur reguläres Fernsehen und nutzt die gängigen Streaming-Dienste, dann reichen Fernseher mit 60Hz durchaus aus. Will man jedoch mit den neuen Konsolen zocken oder vorwiegend Sportsendungen schauen, dann sollte man zu einem 120Hz-Panel greifen. Allerdings sollte man bei letzterem darauf achten, das auch ein HDMI 2.1-Anschluss vorhanden ist, da sonst keine [email protected] möglich sind.

LG C1 OLED

Der LG C1 OLED ist nicht nur das Flaggschiff des 2021er Lineups, sondern kommt mit einem 120Hz-Panel mit einer Reaktionszeit von weniger als einer Sekunde. Dadurch sind Bewegungsunschärfen nicht mehr vorhanden.

Gamer können sich doppelt freuen, da der C1 nicht nur vier HDMI 2.1-Anschlüsse besitzt, die alle 120fps-fähig sind, sondern sogar Dolby Vision Gaming bei [email protected] bietet.

Solltet ihr mehr zum interessanten Thema der Auflösung erfahren wollen, kommt gerne in unserem Wissensbereich vorbei und nehmt unseren Schwerpunktartikel zum Thema 4K Auflösung doch mal genauer unter die Lupe.

Samsung Neo QLED QN95A

Auch der Samsung Neo QLED QN95A mit der Mini LED-Hintergrundbeleuchtung ist eine hervorragende Wahl, da er ebenfalls ein 120Hz-Panel besitzt und kaum Bewegungsunschärfen aufweist.

Zum Zocken eignet sich der TV ebenfalls gut, da auch er vier HDMI 2.1-Anschlüsse besitzt, die von den aktuellen Konsolen voll ausgereizt werden können. Für euch haben wir die besten QLED Fernseher zusammengestellt.

LG A1 OLED

Der LG A1 OLED hat nur ein 60Hz-Panel und dennoch alle Vorzüge eines OLED-Displays. Durch das langsamere Panel kann es zu ganz geringem Motion Blur kommen, jedoch eignet er sich dennoch hervorragend zum Schauen von Serien und Filmen.

Beim Gaming sollte man sich jedoch auf die älteren Konsolen verlassen, da kein HDMI 2.1-Anschluss vorhanden ist. Will man nicht zocken, allerdings einen exzellenten OLED-Fernseher haben, kann man mit dem A1 von LG ein gutes Schnäppchen machen.

Philips 8506 “The One”

Der Philips 8506 “The One” kann vor allem durch sein Ambilight begeistern, dass es so nur bei Philips selbst gibt. Mit dem 60Hz-Panel reicht der Fernseher für einen gemütlichen Film- und Serienabend.

Auch hier sollte man sich beim Zocken eher auf ältere Konsolen verlassen, da auch hier ein HDMI 2.1-Anschluss beim 60Hz-Panel nicht sinnvoll ist.

Häufige Fragen zu Hertz und Bildwiederholfrequenz

Was bedeutet Hertz?

Hertz ist die physikalische Einheit für Frequenz und wird mit Hz abgekürzt. Sie gibt einen sich wiederholenden Vorgang pro Sekunde an. Die Bildwiederholfrequenz bezieht sich auf die Anzahl der Einzelbilder pro Sekunde, die ein Fernseher oder Monitor darstellen kann.

Was bedeutet native Bildwiederholfrequenz?

Die native Bildwiederholfrequenz bei aktuellen Fernsehern liegt entweder bei 60Hz oder 120Hz. Auf den Wert kommt es letztendlich beim Kauf an. Alle anderen Werte sind meist Marketingbegriffe der Hersteller. 50Hz oder 100Hz beziehen sich auf die alten Standards, die noch für analoges Fernsehen galten und unserem Stromnetz gleich kommen.

Wo ist der Unterschied zwischen Hertz und FPS?

Während die Hertz-Zahl angibt, wie viele Bilder ein Fernseher oder Monitor pro Sekunde darstellen kann, beziehen sich die FPS auf die Geschwindigkeit, die eine Grafikkarte benötigt, um Bilder zu produzieren. Die werden dann vom angeschlossenen Bildschirm dargestellt. Beide Werte sollten in etwa gleich sein, da es sonst zu Tearing kommen kann. Das bedeutet, dass man für 120fps auch einen 120Hz Fernseher oder Monitor benötigt.

Wie viel Hertz sollte mein 4K Fernseher haben?

Für das gewöhnliche Fernseh-Programm und für das Schauen von Filmen und Serien reichen in der Regel bereits 60Hz aus. Möchte man jedoch Sportereignisse schauen und regelmäßig mit den aktuellen Konsolen zocken, sollte man zu einem 120Hz-Panel greifen, um Bewegungsunschärfen so gering wie möglich zu halten.

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