Betrachtungswinkel — Welcher Bildschirm ist am besten?

Das Thema Bildqualität zählt bei Fernsehern zu den wichtigen Wertungskriterien und hat maßgeblichen Einfluss auf die Beurteilung eines TV-Geräts. Neben Auflösung, Farbtiefe, Helligkeit und Kontrast kann ein guter, weiter Betrachtungswinkel darüber entscheiden, ob der optische Gesamteindruck nun “nur” sehr gut oder aber hervorragend ausfällt. In unserem Überblick zeigen wir euch, worauf ihr beim Kauf eines neuen Fernsehers achten solltet und welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Panel-Technologien in puncto Betrachtungswinkel mitbringen.


Die Anzahl unterschiedlicher Panel-Standards nahm in den vergangenen Jahren stetig zu. TV-Hersteller wie LG, Samsung oder Sony ließen sich laufend allerhand neue Technologien einfallen. Ob das nun Panels mit vertikaler Hintergrundbeleuchtung, Mini-LEDs mit FALD, selbstleuchtende Pixel bei OLED-Fernsehern aus dem Hause LG-Display oder Evo-Panels sind. Doch wie sieht es bei diesen Standards mit dem Betrachtungswinkel aus? Gibt es eine Technologie, die an diesem Punkt heraussticht? Je nachdem, wo im Raum ihr eure Sitzgelegenheiten untergebracht habt, könnte es gegebenenfalls von Nöten sein, einen Fernseher mit möglichst großem Betrachtungswinkel ins Auge zu fassen.

Was genau bedeutet “Betrachtungswinkel” eigentlich?

Na ja, im Grunde genommen ist diese Erklärung einfacher, als ihr vielleicht denkt. Im Prinzip gibt der Wert eines Betrachtungswinkels an, wie weit ihr euch zu beiden Seiten eines Bildschirms bewegen könnt, ohne dabei Helligkeitseinbußen in Kauf zu nehmen.

Wie ihr vielleicht schon bemerkt haben dürftet, geht es an diesem Punkt um die horizontale Betrachtung, da der vertikale Winkel für Fernseher normalerweise keine Rolle spielt und die Neigung mit Hilfe eines Standfußes oder einer Wandhalterung bequem ausgeglichen werden kann.

Betrachtungswinkel
Je schräger der Betrachtungswinkel, desto verzerrter das TV-Bild

Unterm Strich gibt der Betrachtungswinkel also zunächst Aufschluss darüber, wie genau oder ungenau das Fernsehbild aussieht, wenn wir es nicht von der Mitte heraus betrachten.

Doch Achtung: Ein zu großer Fernseher kann in Kombination mit einem zu geringem Sitzabstand ebenfalls negativen Einfluss auf den Betrachtungswinkel haben, auch wenn ihr genau mittig zum Gerät sitzt und mutmaßlich die beste Positionierung zum TV habt.

Das passiert, wenn die Bildränder zu schräg zu eurer Position ausgerichtet sind, da ihr das Verhältnis von Abstand zur Gerätegröße nicht optimal gewählt habt. Um diesem Problem von vornherein entgegenzuwirken, könnt ihr mit unserem tvfindr Tool bequem die Fernseher Größe und den Sitzabstand berechnen und euch so immer innerhalb der optimalen Distanz zum Bildschirm hin auszurichten.

Abgesehen davon spielt das Thema Lesbarkeit von Untertiteln oder Nachrichtentexten bei zunehmender Schräglage zum Fernseher eine Rolle. Fakt ist jedoch: Die Begriffsdefinition Betrachtungswinkel hat nicht direkt mit der Lesbarkeit zu tun, sondern bezieht sich rein auf die Leuchtkraft des jeweiligen Bildschirms. Technisch bedingt können einige Fernseher die Bildgenauigkeit bei steigendem Winkel nun mal besser halten als andere.

Ist der Betrachtungswinkel begrenzt?

Selbstverständlich hat ein Betrachtungswinkel auch seine Grenzen. Denn erstens können wir logischerweise nicht hinter den Fernseher schauen und erkennen zweitens ab einem Winkel von 178 Grad nur noch 1 Prozent des Bildschirminhalts — sehen de facto also nichts mehr.

Unterschiede der Panel-Technologien

VA-Panel

Die sogenannten Vertical Alignment oder auch VA-Panels arbeiten mit horizontal ausgerichteten Pixeln und sind in puncto Betrachtungswinkel nicht die beste Wahl. Im Verhältnis zu anderen Standards nimmt die Bildqualität bei höherer Betrachtungsweite vergleichsweise stark ab. Um diesen Nachteil auszugleichen, nutzt Samsung an diesem Punkt die Wide Viewing Angle Technologie. Das Ergebnis ist ein qualitativ besseres Bild bei schräger Betrachtung.

IPS-Panel

Im Gegensatz zu VA-Panels punkten IPS-Panel mit einem höheren Betrachtungswinkel. Möglich macht das die sogenannte In-Plane Swichting Methode. Hierbei sind die Pixel zwar zunächst — wie beim VA-Panel — horizontal ausgerichtet, drehen sich allerdings parallel zur Bildebene.

OLED-Panel

Die Struktur eines OLED-Panels bei näherer Betrachtung

Schaut ihr bei OLED-Fernsehern von der Seite auf die Bildfläche ändern sich die Farben für euch als Betrachter kaum.

Insgesamt bieten TV-Geräte mit dem OLED-Standard an dieser Stelle einfache den besten optischen Eindruck, wenn es um das Thema Betrachtungswinkel geht.

Selbst bei großer seitlicher Betrachtung schaffen die selbstleuchtenden Pixel eines OLEDs störende Farb- oder Helligkeitsschwankungen beinahe komplett zu vermeiden. Das Hauptproblem liegt hier viel eher in der Verzerrung des Bildes und Leserlichkeit der Inhalte.

OLED EVO-Panel

Im Vergleich zum reinen OLED-Panel sind die Unterschiede zum Evo-Panel auf dem Gebiet der Betrachtungseigenschaften recht marginal. Beide Panel-Standards brillieren auch aus enorm schrägem Winkel mit ihrer Farbstärke. Zwar hat das Evo-Panel die Nase vorn bei der Helligkeit, doch ist dieser Vorteil im Alltag kaum erkennbar.

QLED-Fernseher

Im Vergleich zu OLED-Geräten sagt der Begriff nichts über die Art des Panels aus. Im Klartext heißt das: In QLED-Modellen kann sowohl ein IPS- als auch VA-Panel verbaut sein. Grundsätzlich liegt der Betrachtungswinkel bei den — auf Hintergrundbeleuchtung — setzenden QLED-Fernsehern auf einem niedrigerem Niveau.

Obwohl Samsung den Betrachtungswinkel beim Samsung Neo QLED QN95A dank der Wide Viewing Angle Technologie deutlich verbessert, kann das Modell den selbstleuchtenden Pixeln nicht ganz das Wasser reichen. Dennoch gehört das Gerät aus der Oberklasse zu den Fernsehern mit insgesamt geringer Blickwinkelabhängigkeit.

Im Gegenzug punkten LED-Fernseher mit besseren Helligkeitswerten und bieten besonders in heller Umgebung oder stark ausgeleuchteten Räumen einen Vorteil.

In Sachen Leuchtkraft weisen solche Geräte hohe Leuchtdichten auf die in sogenannten Nits angegeben werden. Wollt ihr mehr zu diesem Thema erfahren, dann schaut doch gerne in unser Lexikon für Heimkino Enthusiasten.

Betrachtungswinkel bei Fernsehern messen

An dieser Stelle habt ihr verschiedene Variablen, die ihr berücksichtigen müsst. Allerdings existieren lediglich zwei echte Parameter. Zum einen die Bildverzerrung und zum anderen die sogenannte Bildqualitätsvariation. Diese beiden Größen haben die stärkste Auswirkung auf euren TV-Bildschirm. Letztlich haben verschiedene in einer Wechselbeziehung zueinanderstehende Parameter Einfluss auf das Qualitätsniveau eines Fernsehers ab einem bestimmten Blickwinkel.

Neben besagter Bildverzerrung und der Bildqualitätsveriation sind das konkret die Gamma- und Farbverschiebung auf dem Bildschirm, die Schwarzpegelabsenkung sowie eine Bildverblassung auch als Verfärbung bezeichnet. Ab welchem Winkel der Qualitätsverlust tatsächlich auftritt ist — wie oben beschrieben — zum einen Abhängig vom verbauten Panel-Typ, aber auch von der Größe eures Fernsehers. Tendenziell nehmen größere Geräte gleicher Baureihe mit gesteigertem Betrachtungswinkel schneller an Betrachtungsqualität ab.

Am Ende des Tages hat der optische Eindruck eines Bildschirms aus einem schiefen Blickwinkel heraus ebenfalls mit der subjektiven Wahrnehmung und dem eigenen Sehempfinden zutun. Berechnen lässt sich der Betrachtungswinkel in diesem Sinne also nicht wirklich oder jedenfalls nicht mit letzter Gewissheit. Aussagen darüber, ab wie viel Grad ein bestimmter Parameter qualitativ gesehen abnimmt, beruhen daher ebenso auf der eigenen Beurteilung.

Welche Vorteile hat ein kleiner Betrachtungswinkel?

Je kleiner der Winkel, desto mehr Inhalt könnt ihr selbstverständlich sehen und desto weniger leidet die gesamte Bildqualität. Im Ergebnis bedeutet das: Legt wert darauf das Setup eures Wohn- oder Gamingzimmers so einzurichten, dass ihr den Bildschirm eures Fernsehers von nahezu jeder Position aus möglichst zentral im Blick habt. Abhilfe schafft hier eine mobile Wandhalterung, die sich drehen lässt. Auf diese Art habt ihr mehr Gestaltungsspielraum bei der Einrichtung eurer Wohnung.

FAQ — Häufige Fragen zum Betrachtungswinkel

Welche Fernseher haben den besten Betrachtungswinkel?

Derzeit weisen OLED-Fernseher durch die Bank weg den besten oder genauer gesagt weitesten Betrachtungswinkel auf. Heißt im Detail: Auch bei einem vergleichsweise schrägen Blickwinkel verschlechtert sich das Bild nicht oder nur unwesentlich.

Haben größere Geräte auch automatisch einen besseren Betrachtungswinkel?

Diese Fragen können wir mit einem klaren nein beantworten. Warum ist das so? Bei gleicher Auflösung hat ein größerer Fernseher eine geringere Pixeldichte d. h. weniger Pixel pro Zoll. Bedeutet im Umkehrschluss, dass kleine Bildschirme aufgrund einer vergleichsweise höheren Pixeldichte besser erkennbar sind. Mehr Informationen zum Begriff der Pixeldichte erfahrt ihr in unserem Wissensbereich zum Thema 4K Auflösung.

Wie bereits erwähnt, kann — abhängig von der Positionierung eurer Sitzecke und den Maßen eures Fernsehapparats — sogar der gegenteilige Effekt der Fall sein. Kurz gesagt: Ist das Verhältnis von Abstand zu Größe nicht gut aufeinander abgestimmt, leidet der Betrachtungswinkel darunter.

Wie kann ich meinen Betrachtungswinkel am TV verbessern?

Da der Betrachtungswinkel den technischen Spezifikationen eines TV-Geräts unterliegt, könnt ihr am eigenen Fernseher keine Einstellung vornehmen, die den Betrachtungswinkel verbessert.

Die einzige Möglichkeit, wie ihr den Betrachtungswinkel erhöhen könnt, wäre der physische Austausch eures aktuellen Modells gegen eines mit höherem Betrachtungswinkel.

Beispielsweise gegen das beliebte C1 OLED-Modell aus dem Hause LG. Er bietet eine hervorragende Bildqualität und theoretisch unendlichen Kontrast.

Auch eine große Schräglage bereitet dem C1 keine Probleme. Leuchtende Farben sorgen stets dafür, dass das Fernsehbild kaum Qualitätseinbußen aufweist. Damit schaut ihr auch in größeren Gruppen stets auf ein hervorragendes Bild.

Fernsehen aus weitem Winkel schauen, ist das in Ordnung?

Euer TV-Gerät sollte so aufgestellt oder montiert sein, dass der vertikale Betrachtungswinkel nicht mehr als 30 Grad beträgt. Größtenteils sitzt der TV-Zuschauer innerhalb einer Neigung von 10 bis 15 Grad zum Fernseher. Unser Guide für VESA-Halterungen hilft euch dabei, euer geliebtes Gerät sicher an der Wand zu befestigen und zeigt euch detailliert worauf ihr dabei achten solltet.

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