High Dynamic Range – Was ist HDR?

Beim Fernsehkauf begegnen einen immer wieder Begriffe und Abkürzungen, die man nicht genau zuordnen kann. Darunter fällt auch HDR oder High Dynamic Range, der vor allem im Zusammenhang mit einer deutlich besseren Bildqualität genutzt wird. Doch was bedeutet HDR genau und warum brauche ich diese Technologie? Wir haben euch hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst.


Was ist HDR überhaupt? – Begriffserklärung HDR und SDR

Die Abkürzung HDR steht für High Dynamic Range, was übersetzt “hoher dynamischer Bereich” bedeutet. Die Technologie ist dafür da, Farben und Kontraste kräftiger darzustellen, wodurch noch realistischere Bilder auf dem Fernseher entstehen. Vor HDR gab es nur SDR, ein Format, dem man noch heute beim normalen Fernsehprogramm sowie älteren Filmen und Serien begegnet. SDR bedeutet Standard Dynamic Range, also ein Standard-Dynamikbereich.

Doch wo genau liegen die Unterschiede und warum ist HDR so viel besser? Bei SDR wird eine Farbtiefe von 8 Bit und umgerechnet 16,77 Millionen möglicher Farben dargestellt. Bei HDR sind es 10 Bit Farbtiefe und über 1 Milliarde mögliche Farben, wodurch zum Beispiel Farbübergänge wie bei einem Sonnenuntergang deutlich flüssiger dargestellt werden können.

Erst durch dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision werden Filme und Serien sehr viel realistischer im Hinblick auf Farben und Kontrast. Bild: © Dolby.com

Allerdings geht es bei HDR nicht nur um die erhöhte Farbtiefe, sondern auch um die Helligkeit und den dadurch entstehenden höheren Kontrast. Man kann sich das ganze vereinfacht so vorstellen, indem man mehrere Bilder, die unterschiedlich belichtet wurden, übereinander legt. So wird ein deutlich höherer Kontrast erreicht und Details, die vorher nicht zu sehen waren, werden nun deutlich sichtbarer. Im Fokus steht dabei immer das menschliche Auge, denn das Ziel der HDR-Technologie ist es, Inhalte so nah wie möglich an der Realität – und damit nah an dem, was unser Auge wahrnimmt – darzustellen.

Das menschliche Auge kann ein breites Spektrum von Farben und Helligkeitsstufen wahrnehmen. Bei Filmaufnahmen, die im Nachhinein in verschiedenster Weise bearbeitet werden, kommt letztendlich beim Zuschauer nicht mehr viel von der Vielfalt an, die eigentlich aufgenommen wurde. Erst durch die HDR-Technologie und entsprechenden Fernsehgeräten ist es möglich, dem Konsumenten realistischere Inhalte zu bieten.

Spezifikationen für HDR

Wenn man nach den Vorgaben der Ultra HD Alliance geht, sind allerdings nicht alle Geräte HDR-fähig. Hier müssen gewisse Spezifikationen gegeben sein, damit HDR auch in vollem Umfang funktionieren kann. Sind nicht alle Spezifikationen gegeben, ist nur ein eine eingeschränkte HDR-Unterstützung vorhanden.

  • Für LCD-Fernseher: Mindestens eine Spitzenhelligkeit von 1.000 Nits und ein Schwarzwert von 0,05 Nits oder weniger – oder ein Kontrastverhältnis von mindestens 20.000:1
  • Für OLED-Fernseher: Mindestens eine Spitzenhelligkeit von 540 Nits und ein Schwarzwert von 0,0005-Nit oder weniger – oder mindestens 1.080.000:1 Kontrastverhältnis (für OLED)
  • 4K Ultra HD Auflösung: 3840×2160
  • 10-Bit-Farbunterstützung für mindestens 90 % DCI-P3-Farbraum (125 % sRGB)
  • HDMI-Version 2.0

Dolby Vision, HDR10+ und HLG– Verschiedene Verfahren im Überblick

Derzeit dominieren HDR10+ und Dolby Vision bezüglich HDR. Beide Verfahren existieren seit 2015, als die Ultra HD Blu-ray als Speichermedium auf den Markt kam. Denn erst durch die Möglichkeit, deutlich mehr Daten auf einem Datenträger zu speichern, konnten Filme mit einem hohen Kontrastumfang und größerem Farbraum unterstützt werden.

FarbtiefeMetadatenHerstellerUnterstützt von
HLGalle gängigen HerstellerYouTube
HDR1010 Bitstatischalle gängigen HerstellerNetflix, iTunes, Amazon Prime, Blu-rays, Spielekonsolen
HDR10+10 BitdynamischSamsung, Philips, Panasonic, HisenseAmazon Video, Ultra HD Blu-rays
Dolby Vision12 BitdynamischLG, Philips, Sony, Panasonic, HisenseUltra HD Blu-rays, Amazon Prime Video, Netflix, iTunes

HLG

HLG steht für Hybrid Log Gamma und ist ein HDR-Übertragungsformat, das vom britischen BBC in Zusammenarbeit mit der japanischen NHK entwickelt wurde. HLG ermöglicht es, einen Videostream sowohl für SDR- als auch HDR-Geräte bereitzustellen. Hierbei geht es vor allem um die Kapazität, da Sendeanstalten nur eine begrenzte Übertragungsrate zur Verfügung haben und dank HLG keine Metadaten verarbeitet werden müssen. Einen Sender für SDR als auch HDR-Inhalte bereitzustellen, würde nicht nur die Kosten der Sender in die Höhe treiben, die vorhandene Bandbreite wäre zudem nicht ausreichend.

HLG findet man heutzutage bei den meisten modernen Fernsehgeräten und wird vor allem beim normalen Fernsehprogramm genutzt.

HDR10 und HDR10+

Das HDR-Format HDR10+ kann man vor allem bei Samsung-Geräten finden, da die südkoreanische Firma weiterhin voll und ganz auf dieses Format setzt. HDR10+ ist demnach eine lizenzgebührenfreie dynamische Metadatenplattform, die u.a. von 20th Century Fox unterstützt wird. Während bei HDR10 nur die hellste Szene eines Films optimiert wird, wird beim dynamischen Format HDR10+ jede Szene einzeln analysiert und entsprechend optimiert. Dadurch entsteht ein kontrastreicheres und farbintensiveres Bild.

HDR10 Logo

Beim noch aktuelleren HDR10+ Adaptive wird die Bildoptimierung auch an die Helligkeit der Umgebung angepasst. Dadurch wird die Helligkeit jeder Szene analysiert und über einen Sensor mit der Helligkeit der Umgebung verglichen und entsprechend optimiert.

Dolby Vision HDR SDR Vergleich
Bei HDR-Inhalten sind die Farben kräftiger und die Kontraste zwischen hell und dunkel viel höher. Bild: © Dolby.com

Dolby Vision

Dolby Vision ist ein direkter Konkurrent von HDR10+, ist jedoch weiter verbreitet sowohl bei Streaming-Diensten als auch in der Filmbranche selbst. Daher wird es auch von den meisten Fernseh-Herstellern unterstützt, um die optimale Bildverarbeitung bei den meisten Inhalten zu garantieren. Auch hier wird die Helligkeit und damit der Kontrast der Inhalte optimiert, als auch die Farben, die dadurch deutlich kräftiger ausfallen. Im Vergleich zu HDR10+ ist Dolby Vision gebührenpflichtig für die Hersteller, jedoch sind die entsprechenden Geräte dann auch Dolby-zertifiziert.

Die nächste Generation von Dolby Vision heißt Dolby Vision IQ und verhält sich ähnlich wie HDR10+ Adaptive. So gesehen ist es kein neues Format, sondern eine Erweiterung des bereits bestehenden, das sich zusätzlich an der Umgebungshelligkeit orientiert. Dadurch wird die Helligkeit der Bildinhalte zusätzlich an die Helligkeit der Umgebung angepasst.

Dolby Vision Logo

Vor allem OLED-Fernseher profitieren von Dolby Vision, da sie nicht so eine hohe Spitzenhelligkeit wie vergleichbare LED-Fernseher erreichen. Dadurch, dass Dolby Vision jede Szene dynamisch anpasst, können OLED-Fernseher, die einen unendlichen Kontrast und ein perfektes Schwarz bieten, ihre Stärken noch besser ausspielen.

Darüber hinaus kann Dolby Vision als noch besseres HDR-Format auch beim Gaming mit der Xbox Series X genutzt werden, sofern Dolby Vision Gaming vom TV unterstützt wird. Das ist bisher nur bei den LG-OLEDs C1 und G1 möglich. Dadurch werden auch Spiele entsprechend Szene für Szene optimiert, um sie noch realistischer wirken zu lassen.

Gaming in HDR

Um am Fernseher zu spielen, ist HDR nicht zwingend notwendig. Vor allem nicht, wenn man nur ab und zu zum Controller greift und sich in ein ruhiges Abenteuer stürzen möchte. Jedoch sieht das ganze schon anders aus, wenn man wirklich ausgiebig und auf höchstem Niveau zocken will.

HDR liefert zunächst lebensechtere Bilder, wodurch man wirklich ins Geschehen rein gezogen wird. Entsprechende Fernseher mit HDR liefern hier kräftigere Farben und einen deutlich höheren Kontrast, sodass man Gegner auch in dunklen Ecken sehr viel besser ausmachen kann.

Dolby Vision Gaming verspricht höchsten HDR-Genuss auch beim Zocken und das sogar in [email protected]. Jedoch ist dies derzeit nur bei der Xbox Series X der Fall und nur in Verbindung mit einem Dolby Vision Gaming-fähigen Fernseher. Zusätzliche Features wie eine VRR und ein Auto Low Latency Mode sind ebenfalls wichtig, damit Dolby Vision Gaming funktioniert.

Auch die Spiele müssen Dolby Vision Gaming unterstützen und die Liste ist noch überschaubar. So sind Titel wie F1 2021, Flight Simulator, Ori and the Will of the Wisps, sowie The Division 2 dazu in der Lage, das HDR-Format ausgiebig nutzen zu können. Halo Infinite wird das erste Spiel sein, das speziell für Dolby Vision Gaming entwickelt wurde.

Dolby Vision Gaming steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, da die Technologie bisher noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Die Anschaffung eines neuen TVs speziell für Dolby Vision Gaming ist daher nicht ratsam, vor allem wenn der aktuelle Fernseher erst ein oder zwei Jahre alt ist.

Vorteile von HDR

HDR spielt vor allem eine Rolle, wenn man viele aktuelle Filme und Serien schaut. Wenn man lediglich das normale Fernsehprogramm schaut, wird es aktuell keinen großen Unterschied machen, ob man einen HDR-fähigen TV hat oder nicht. Ist man jedoch ein Film- und Serien-Enthusiast, dann möchte man in seinem Heimkino auch die bestmögliche Qualität erzielen. Denn nur wenn ein Fernseher ein HDR-Format unterstützt, kann man kompatible Filme und Serien so erleben, wie es vom Regisseur beabsichtigt wurde.

Wo findet man HDR-Inhalte?

Letztendlich ist es auch wichtig zu schauen, wo es HDR-Inhalte überhaupt gibt. Hier fällt lineares Fernsehen größtenteils weg, da nur wenige Sender in UHD produzieren, was letztendlich jedoch in geringerer Qualität übertragen wird. Daher sollte man sich die Streaming-Anbieter wie Netflix & Co genauer anschauen. Doch auch hier gibt es Unterschiede, denn nicht jeder Dienst unterstützt jedes Format.

Bei Netflix findet man Filme und Serien sowohl in HDR10 als auch Dolby Vision, wobei der Streaming-Dienst bei Eigenproduktionen vor allem auf letzteres Format setzt. Bei Amazon Prime Video sieht das ganze umgekehrt aus, da dort eher auf HDR10+ gesetzt wird. Apple TV setzt ganz auf Dolby Vision, weswegen man hier als Nutzer zu einem entsprechenden Fernseher greifen sollte.

Das Kleingedruckte nicht vergessen: Nicht jedes Abo bei den entsprechenden Streaming-Diensten unterstützt sowohl HDR- als auch UHD-Inhalte. Um den vollen Umfang genießen zu können, muss man in den meisten Fällen ein Premium-Abo abschließen.

Zusätzlich gibt es natürlich noch die Ultra HD Blu-ray, die alles ins Leben gerufen hat. Hier gibt es auch eine breite Auswahl, jedoch sind die Blu-rays meist deutlich teurer als ein entsprechendes Abo bei einem Streaming-Dienst.

HDR-Fernseher: Die besten Modelle

Panasonic JZW2004 OLED
Panasonic JZW2004 OLED

Panasonic JZW2004

Der OLED von Panasonic liefert nicht nur einen unendlichen Kontrast und ein perfektes Schwarz, sondern unterstützt auch die HDR-Formate Dolby Vision IQ und HDR10+. Dadurch kann der JZW2004 auch sein volles Potential ausschütten und gilt daher als einer der besten Heimkino-Fernseher aus 2021.

Durch das verbesserte OLED-Panel kann er nämlich heller werden und arbeitet dennoch effizienter, da eine spezielle Schicht zur Wärmeableitung verbaut wurde, die den TV kontinuierlich herunter kühlt.

LG OLED Evo G1

Das Design-Modell LG OLED Evo G1, unterstützt zwar “nur” Dolby Vision IQ, jedoch bietet er die beste Grundlage, um Dolby Vision Gaming auf der Xbox Series X zu erleben. Nicht nur sind die Gaming-Features des G1 hervorragend, das Modell ist eins von wenigen, das natives Dolby Vision Gaming unterstützen kann.

So kann man als Xbox Series X Gamer nicht nur das OLED-Panel mit all seinen Vorzügen nutzen, sondern auch das dynamische HDR-Format Dolby Vision, dass sich dank IQ-Erweiterung auch an der Umgebungshelligkeit orientiert.

Philips OLED+ 936

Den Philips OLED+ 936 kann man für seine HDR-Format-Vielfalt nur loben. Das Modell unterstützt HDR10, HLG, HDR10+, Dolby Vision und HDR10+ Adaptive. Trotz Lichtsensor, der die Umgebungshelligkeit erkennt und das Bild via HDR10+ Adaptive anpassen kann, unterstützt der Philips-OLED kein Dolby Vision IQ.

Der Premium-OLED von Philips beeindruckt nicht nur mit seinem 4-seitigen Ambilight, sondern auch mit einer verbauten Soundbar, sowie allen Vorzügen eines OLED-Panels. Selbst beim Gaming ist der TV exzellent aufgestellt, auch wenn Dolby Vision Gaming noch nicht möglich ist.

Häufige Fragen rund um HDR

Was ist HDR?

HDR steht für High Dynamic Range, was so viel wie “hoher Dynamikumfang” bedeutet. Die Bildtechnologie optimiert Farben, Helligkeit und Kontrast, sodass noch realistischere Bilder auf dem Fernseher entstehen.

Was ist der Unterschied zwischen SDR und HDR?

SDR nutzt lediglich eine Farbtiefe von 8 Bit, wohingegen HDR eine Farbtiefe von 10 Bit nutzt und dadurch über 1 Milliarde Farben darstellen kann. Dadurch werden vor allem Farbübergänge wie bei einem Sonnenuntergang deutlich flüssiger dargestellt.

Ist HDR das gleiche wie 4K UHD?

Die Abkürzungen 4K UHD und HDR begegnen einem wohl am häufigsten beim Fernsehkauf, jedoch handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Dinge. Zwar sind beide Technologien dafür da, die Bildqualität zu verbessern, jedoch auf unterschiedliche Weise.

4K oder auch UHD genannt bezieht sich nur auf die Auflösung des Bildes. Während vor einigen Jahren noch Full HD Fernseher als Standard galten mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel, übernehmen nun 4K-Fernseher den Markt mit einer Auflösung von 3840 x 2160. Dadurch, dass mit 4K-Fernsehern vier mal so viele Pixel dargestellt werden können, sind Bilder sehr viel schärfer und detailreicher. UHD oder Ultra HD sind andere Begriffe, beziehen sich jedoch auf das gleiche wie 4K.

HDR ist, wie bereits beschrieben, eine Technologie, die die Farbreproduktion sowie Helligkeit und Kontrast deutlich verbessert und optimiert. Dadurch können knalligere Farben, tieferes Schwarz, sowie ein reineres Weiß dargestellt werden.

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